Ausschuss kündigt Gebührenerhöhungen an für Abwasserbeseitigung und Straßenreinigung
Kanal und Kehren kosten künftig mehr

Nass rein ging es der Stadt 2015 mit der Beseitigung des Abwassers. Sie war um 1,67 Millionen Euro teurer als geplant, was sich natürlich nicht so einfach mit dem Mop wegwischen lässt. Selbst wenn man die Zahl noch mal auswringt und kleiner macht, bleibt an den Bürgern voraussichtlich eine Gebührenerhöhung hängen.

Über eine Million Defizit


Das erschien dem Hauptausschuss am Donnerstagnachmittag bei seiner Sitzung im Rathaus klar wie Wasser, selbst wenn er noch nicht über die Höhe der Anhebung diskutierte. Dazu hatte auch die Verwaltung noch keine Vorschläge unterbreitet, sie stellte lediglich das Zustandekommen des Defizits dar. Wobei Stadtkämmerer Franz Mertel einschränkte, dass die rund 1,67 Millionen Euro noch um gut 654 000 Euro reduziert werden können. Und zwar aus einer bestehenden Sonderrücklage zum Ausgleich von Gebührenschwankungen. Das also noch rausgequetscht und draufgegossen auf die Abwasserkosten bleibt dennoch ein Minus von 1,014 Millionen Euro.

Ein noch immer erklecklicher Betrag, weshalb Oberbürgermeister Michael Cerny schon mal ankündigte, dass die Stadt "um eine Erhöhung der Gebühren nicht rumkommen wird". Zumal die Ausgaben in diesem Sonderbudget von insgesamt gut 6,85 Millionen Euro 2015 nur zu knapp 72 Prozent durch Einnahmen gedeckt waren.

Die Schmutzwasserentsorgung schlug mit rund 4,43 Millionen und die Regenwasserentsorgung mit etwa 1,51 Millionen Euro zu Buche. Auch die Straßenentwässerung kam mit gut 910 000 Euro nicht gerade billig. Gar um 197 000 Euro im Vergleich zum Vorjahr kletterten die Unterhaltskosten für das Kanalnetz. Und last, but not least musste die Stadt auch eine um 60 000 Euro höhere Zuweisung an den Zweckverband zur Abwasserbeseitigung zahlen, der bekanntlich das Klärwerk in Theuern betreibt, dem einige Investitionen bevorstehen (AZ berichtete).

Splitt-Entsorgung mit dabei


Auch bei der Straßenreinigung lief 2015 das Budget aus dem Ruder, weil hier laut Mertel die Ausgaben um 14,6 Prozent stiegen (durch die Splitt-Entsorgung, die für zwei Jahre angefallen ist). Um den Verlust von insgesamt rund 33 500 Euro zu reduzieren, wurde die Sonderrücklage für Gebührenschwankungen aufgelöst und eingebracht. Es blieben laut Mertel dennoch fast 10 000 Euro Minus, weshalb auch hier Gebührenerhöhungen nicht ausgeschlossen sind, wie es im Gremium hieß. Die Kostenüberschreitungen hat nach dem Hauptausschuss noch der Stadtrat zu genehmigen.

Einen Freud'schen Versprecher, wie er selber schmunzelnd einräumte, leistete sich Stadtkämmerer Franz Mertel im Hauptausschuss. Als er eigentlich das Sonderbudget des Betriebshofs für 2015 vorstellen wollte, rutschte ihm das Wort Friedhof über die Lippen. Betriebshof - Friedhof? Vielleicht ist da gar kein so großer Unterschied, lachten einige Stadträte, um von Mertel bestätigt zu bekommen: "Ein gewisses Grab ist das schon aa ... also geldmäßig, meine ich." Da brüllte das Gremium dann fraktionsübergreifend so richtig los und die Grabesstimmung, die ob des tatsächlich tiefschürfenden Defizits herrschen hätte müssen, war beerdigt. Immerhin konnte es mit rund 1,18 Millionen Euro etwas tiefer gelegt werden als im Vorjahr, als 1,42 Millionen Euro Minus schon an eine Gruft erinnerten.

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