Bahntrasse Nürnberg-Furth im Wald
Maximal ein Erfölgchen

(Archivbild) (Foto: Petra Hartl)
Politik
Amberg in der Oberpfalz
17.03.2016
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Ja, wir haben uns mehr erhofft, aber ich bin dennoch vorsichtig optimistisch.

Es rauscht im Blätterwald der parteipolitischen Pressemeldungen: Der neue Bundesverkehrswegeplan sei ein Erfolg durch und durch. Das 200-Seiten-Papier birgt jedoch auch die eine oder andere Enttäuschung in sich.

Zum Beispiel für die Region. Die Bahnstrecke Nürnberg-Furth im Wald-Prag, für die sich besonders CSU-Mandatsträger mächtig ins Zeug gelegt haben, hat es gerade einmal zur Aufnahme in diesen Katalog geschafft. Natürlich stellt auch das einen Erfolg dar, weil in der überörtlichen bis europäischen Verkehrsplanung die Linienführung München-Regensburg-Nürnberg-Furth im Wald-Prag bisher überhaupt keine Rolle gespielt hat.

Unermüdlich ins öffentliche Bewusstsein und die Beschlussgremien in Berlin hat diese Planungsvariante der Schwandorfer/Chamer CSU-Bundestagsabgeordnete Karl Holmeier getragen. Er arbeitete über Jahre hinweg daran, dass nicht ausschließlich die sogenannte Metropolenbahn-Trasse Nürnberg-Marktredwitz-Eger-Prag umgesetzt wird. Auch Tschechien favorisiert Furth im Wald als Grenzübergang für die Bahn und nicht Cheb.

Heftig getrommelt


Noch im August hatten auf Holmeiers Initiative hin die CSU-Landräte, -Oberbürgermeister, -Landtags- und -Bundestagsabgeordneten von Schwandorf und Cham eine Resolution nach Berlin geschickt, die Route Nürnberg-Furth im Wald gemeinsam mit dem Metropolenbahn-Projekt als "vordringlichen Bedarf plus" in den Bundesverkehrswegeplan einzubringen. Das ist bei Weitem nicht gelungen, wenn auch die versandten Pressemitteilungen kein eindeutiges Bild zeichnen, welchen aktuellen Status diese Bahnroute nun innehat.

Die Amberger Bundestagsabgeordnete Barbara Lanzinger spricht von einer Kategorie "des potenziellen Bedarfs", ihr Neumarkter Kollege Alois Karl von "weiterer Bedarf", und Holmeier rückt die Aufstiegsmöglichkeit "in den vordringlichen Bedarf" in den Vordergrund seiner Bewertung. Auch Oberbürgermeister Michael Cerny hat sich noch kein schlüssiges Bild von der jetzigen Lage gemacht. "Ja, wir haben uns mehr erhofft, aber ich bin dennoch vorsichtig optimistisch", sieht er durchaus einen vorzeigbaren Teilerfolg der gemeinsamen Bemühungen.

Nürnberg-Furth im Wald werde nun verkehrsplanerisch gemeinsam mit der Metropolenbahn betrachtet. Bisher mangle es offenbar hauptsächlich an einer detaillierten Projektplanung. Denn für Cerny steht fest, dass die Nürnberg-Furth im Wald-Route die deutlich kostengünstigere Lösung ist. Dieser Trumpf sei noch nicht ausgespielt, und der Bundesverkehrswegeplan auch noch nicht rechtskräftig verabschiedet. Jetzt laufe zudem erst noch eine sechswöchige Frist der Öffentlichkeitsbeteiligung an.

Das dauert noch


Nur indirekt deutet Holmeier an, dass wohl für zwei Jahrzehnte der Zug für einen Ausbau der Bahnverbindung Nürnberg-Furth im Wald abgefahren ist. Auf Seite zwei seiner Pressemitteilung heißt es: "Mit dem jetzt vorgestellten Entwurf (...) gibt es eine fachliche Einschätzung, welche Strecken bis 2030 Priorität haben sollten." (Angemerkt/Reaktion)
Ja, wir haben uns mehr erhofft, aber ich bin dennoch vorsichtig optimistisch.Oberbürgermeister Michael Cerny zum Bundesverkehrswegeplan
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