Bei CSU möglicherweise dritter Interessent für Direktkandidatur zum Bundestag
Andreas Otterbein schweigt noch

Symbolbild: dpa
Politik
Amberg in der Oberpfalz
13.06.2016
447
0
 
"Auf alle Fälle wollen wir ein geschlossenes Vorgehen. Eine Abstimmung mit Amberg ist sehr sinnvoll." Zitat: Dr. Harald Schwartz

Für manche war es schon überraschend, dass Barbara Lanzinger ankündigte, im November für die CSU-Direktkandidatur zum Bundestag gegen Alois Karl antreten zu wollen. Jetzt kommt sogar noch ein dritter Bewerber ins Spiel.

In CSU-Kreisen macht die Runde, dass Andreas Otterbein ebenfalls Interesse an der Kandidatur hat. Der 48-Jährige, Oberstabsfeldwebel bei der Bundeswehr mit mehreren Afghanistan-Einsätzen, ist Vorsitzender des CSU-Ortsverbandes Kastl und dort auch 3. Bürgermeister. Auf Kreisebene ist er in der Partei bekannt, seit er vor einem Jahr den Vorsitz im CSU-Arbeitskreis Außen- und Sicherheitspolitik Amberg-Sulzbach übernommen hat.

Direkt darauf angesprochen, ob er kandidiere, hält sich Otterbein bedeckt: "Ich möchte mich dazu zurzeit nicht äußern." Bei einer Frage, die man ziemlich problemlos auch mit Ja oder Nein beantworten könnte, immerhin bemerkenswert. Otterbein verweist stattdessen an den CSU-Kreisvorsitzenden Harald Schwartz. Das direkte Vorgehen entlockt auch dem Landtagsabgeordneten nichts Aufschlussreiches: "Im Augenblick kommentiere ich die Kandidatenfrage nicht." Einige allgemeine Aussagen trifft er aber: Wer bei der CSU um die Direktkandidatur für den Bundestag konkurrieren wolle, müsse keine besonderen formalen Vorgaben erfüllen, "er muss halt grundsätzlich wählbar sein. Die politische Klugheit gebietet es aber, vorher die Betroffenen zu informieren."

Schwartz will Einigkeit


Wobei die Kreisverbände Amberg und Amberg-Sulzbach immer großen Wert auf ein abgestimmtes Vorgehen bei der Nominierungsversammlung legten (siehe "Die Stimmen"). Schwartz macht deutlich, dass er es dieses Mal wieder so halten wird: "Auf alle Fälle wollen wir ein geschlossenes Vorgehen. Eine Abstimmung mit Amberg ist sehr sinnvoll."

Was sagen nun die beiden bisher bekannten Bewerber um die Direktkandidatur? Barbara Lanzinger reagiert gelassen auf die Nachricht von dem möglichen dritten Interessenten: "Das muss man locker sehen. Ich bin da recht entspannt." Weiter möchte sie sich aber nicht äußern.

Alois Karl ist diese Woche auf einer Delegationsreise ins Baltikum unterwegs, lässt aber auf die AZ-Anfrage über seinen Büroleiter ausrichten: "Andreas Otterbein und ich haben uns auch schon vor einigen Wochen über eine Nominierung als Kandidat für den Deutschen Bundestag unterhalten. Ich habe ihm dabei geraten, falls er Interesse an einer Kandidatur hat, dies zunächst im Gespräch mit seinem CSU-Kreisverband zu erörtern." Einen dritten Bewerber wertet Karl als legitime Sache. Für ihn selbst würde sich dadurch "grundsätzlich nichts ändern".

Mit absoluter Mehrheit


Diese Einschätzung unterstützt auch die Satzung der CSU. Sie sieht nämlich vor, dass in einer solchen Einzelabstimmung der Bewerber mit absoluter Mehrheit gewählt werden muss. Sollte die in einem ersten Wahlgang nicht zustande kommen, erfolgt eine Stichwahl zwischen den beiden Kandidaten mit der höchsten Stimmenzahl. (Angemerkt)

Auf alle Fälle wollen wir ein geschlossenes Vorgehen. Eine Abstimmung mit Amberg ist sehr sinnvoll.Dr. Harald Schwartz


Ich möchte mich dazu zurzeit nicht äußern.Andreas Otterbein auf die Frage, ob er bei der CSU-Nominierungsversammlung für das Direktmandat kandidiert


Das muss man locker sehen. Ich bin da recht entspannt.Barbara Lanzinger auf die Frage, was sie von einem dritten Bewerber halten würde


Andreas Otterbein und ich haben uns auch schon vor einigen Wochen über eine Nominierung ... unterhalten.Alois Karl


Die StimmenBis 2005 hatten im Bundestags-Wahlkreis Amberg - er besteht aus den Landkreisen Amberg-Sulzbach und Neumarkt sowie der Stadt Amberg - stets CSU-Politiker aus Amberg oder Amberg-Sulzbach das Direktmandat inne. 2005 wechselte es nach Neumarkt, weil dieser Kreisverband erstmals bei der parteiinternen Nominierung mehr Delegierte stellte als die anderen beiden zusammen. Deren Anzahl richtet sich nach den Zweitstimmen bei der vorhergehenden Bundestagswahl. Seit 2005 hat sich hier das Neumarkter Übergewicht gehalten. Aktuell sind es 82 Delegierte, während Amberg-Sulzbach 59 und Amberg 19 (also zusammen 78) schicken dürfen.

Die beiden Letztgenannten hatten sich 2005 in einer Kampfabstimmung zwischen zwei Bundestagsabgeordneten dafür entschieden, den Schnaittenbacher Rudolf Kraus und nicht die Ambergerin Barbara Lanzinger ins Rennen um die Direktkandidatur zu schicken. Kraus unterlag dann bei der Nominierung dem Neumarkter OB Alois Karl, der seither den Wahlkreis Amberg als direkt gewählter Abgeordneter vertritt.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.