CSU will Fachkraft anstellen
Selbsthilfegruppen vernetzen

In der Stadtverwaltung soll es bald professionelle Hilfe zur Kooperation der verschiedenen Selbsthilfegruppen geben. Einen entsprechenden Antrag hat die CSU-Stadtratsfraktion an Oberbürgermeister Michael Cerny geschickt.

"Selbsthilfegruppen leisten einen enorm wichtigen Beitrag und damit einen nahezu unbezahlbaren Dienst innerhalb unserer Gesellschaft", heißt es in dem Schreiben. "Ob bei Krankheit, Sucht, Kindesentwicklung, Altenbetreuung, Arbeitslosigkeit und vielen anderen Themen, stellen sie eine wichtige Anlaufstelle für Betroffene und deren Angehörige dar." In Bayern existiere bereits ein dichtes Netz an sogenannten Selbsthilfe-Kontaktstellen, "allerdings haben wir festgestellt, dass eine derartige Einrichtung im Raum Amberg-Sulzbach bisher fehlt".

Als Lotse fungieren


Die CSU macht sich deshalb für die Schaffung einer Unterstützungsstelle stark und setzt dabei auf eine Kooperation mit dem Landkreis: "Da nicht nur die Stadt Amberg, sondern auch der Landkreis Amberg-Sulzbach davon profitieren könnte, schlagen wir vor, mit dem Landkreis in Kontakt zu treten, mit dem Ziel, eine kompetente Selbsthilfe-Koordinierungsstelle in einer gemeinschaftlichen Lösung zu schaffen." Angesiedelt sein könnte diese nach Meinung der CSU-Stadträte bei der Freiwilligenagentur der Stadt.

Von der Fachkraft erwartet sich die Fraktion eine deutliche Leistungssteigerung der Angebote. "Selbsthilfegruppen sind im Allgemeinen immer auf ehrenamtlichen Organisationsstrukturen aufgebaut. Durch die vielen, in bayerischen Kommunen bereits angesiedelten Unterstützungsstellen zeigt sich eindeutig, dass durch professionelle Beratung, Unterstützung und Förderung der Selbsthilfegruppen, diese viel zielgerichteter und effizienter arbeiten können." Insbesondere solle dabei geholfen werden, die richtigen Strukturen zu schaffen, Lotsenfunktionen zur Verfügung zu stellen und die Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit zu fördern.

Der Antrag zielt auf eine Änderung des Präventionsgesetzes ab. Dieses verpflichtet die Krankenkassen seit Anfang 2016 dazu, die Selbsthilfe mit 1,05 Euro je Versichertem stärker zu fördern als bisher. "Diese neue Förderung könnte zur Finanzierung einer Selbsthilfe-Unterstützungsstelle eingesetzt werden."
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