Das schnelle Geld mit Flüchtlingswohnungen
Völlig überzogene Mietpreise

Wir brauchen längerfristige Lösungen, nur so können Kosten eingespart werden.
Politik
Amberg in der Oberpfalz
28.12.2015
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"Klar brauchen wir für diese Menschen erst mal eine Bleibe. Familien können nicht nur in Turnhallen untergebracht werden", sagt Werner Konheiser von "Amberg hilft Menschen". Doch die Bürgerinitiative warnt vor Spekulanten, die mit Wohnungen für Flüchtlinge das schnelle Geld machen wollen.

Die BI, unterstreicht ihr Sprecher Werner Konheiser, begrüße natürlich das Engagement von Oberbürgermeister Michael Cerny und Flüchtlingskoordinator Christian Zisler. Die Stadt Amberg suche aktuell Wohnungen als Übergangslösungen für eine befristete Mietdauer von drei bis sechs Monaten. Vermieter wollten aber langfristige Verträge, ein derart kurzer Zeitraum sei für das Immobiliengewerbe doch uninteressant. Lukrativ sei dies indes für Spekulanten, die völlig überzogene Mietpreise nehmen würden.

"Wir kommen wieder dahin, wo wir eigentlich weg wollten, nämlich dass sich die Mietkosten bei dezentralen Gemeinschaftsunterkünften pro Person und Monat auf etwa 500 Euro belaufen", hält Konheiser in seiner Presseerklärung fest und verlangt: "Wir brauchen deshalb längerfristige Lösungen, nur so können Kosten eingespart werden."

Integration sieht anders aus


In den jetzt von der Stadt geplanten dezentralen Gemeinschaftsunterkünften (GU) würden Menschen untergebracht, bei denen die Entscheidung über ihren Asylantrag noch ausstehe. Werde dieser positiv beschieden, dann müssten sie die Unterkunft wieder verlassen und sich selbstständig eine Wohnung suchen - "was schon aufgrund der geringen Sprachkenntnisse fast unmöglich ist", wie Konheiser unterstreicht.

Das bisher praktizierte Modell mit den Gemeinschaftsunterkünften laufe zudem konträr zur angestrebten Integration der Kriegsflüchtlinge, sagt Konheiser. "Diese armen, traumatisierten Kinder, die alles verlassen mussten, aus einer GU in eine Wohnung kommen und diese dann wieder nur als provisorische Heimat sehen und nach ein paar Monaten wieder gehen müssen, kommen nie zur Ruhe." Integration und Hilfe gingen anders.

Die BI "Amberg hilft Menschen" habe hier andere Denkansätze. Konheiser fragt sich: "Was spricht dagegen, dass die Stadt Amberg die Wohnungen unbefristet anmietet? Also Mietverträge mit dreimonatiger Kündigungsfrist. Wenn die Bewohner dann anerkannt werden und Bleiberecht haben, dann könnte das Mietverhältnis doch einfach nahtlos an sie übergehen."

Für alle Seiten hätte das nur Vorteile. Die Stadt finde leichter Mietwohnungen. Die schwierige Wohnungssuche der Flüchtlinge entfalle. "Und auch die Arbeit von uns Ehrenamtlichen wird erleichtert, und es werden Kosten gespart. Die Wohnungen müssen nicht möbliert angemietet werden." Denn die Flüchtlinge würden beim Bezug einer Mietwohnung vom Jobcenter sowieso eine Grundmöblierung bekommen. Die Stadt könnte diese Ausstattung gleich zu Mietbeginn über den Werkhof Sulzbach-Rosenberg beziehen. Bei der Beschaffung von den im Leistungspaket nicht enthaltenen Wohnzimmermöbeln könnte die BI mit gebrauchten Inventar von Fall zu Fall aushelfen.

Nachhaltige Lösung


Konheisers Idee: "Die Flüchtlings- Koordinierungsstelle und das Jobcenter Amberg könnten zum Beispiel Folgendes vereinbaren: Bei der Möbelbeschaffung geht die Kommune in Vorleistung. Sobald aber ein Berechtigungsschein für den Möbelbezug vorliegt, erstattet das Jobcenter diese Kosten an die Stadt Amberg zurück. So sieht eine pragmatische und nachhaltige Lösung aus."
Wir brauchen längerfristige Lösungen, nur so können Kosten eingespart werden.BI-Sprecher Werner Konheiser
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