Der 66-Jährige kandidiert nicht mehr für den Landtag
Reinhold Strobl: 2018 ist Schluss

Als Günter Verheugen im September 1999 Mitglied der Europäischen Kommission wurde, rutschte Reinhold Strobl für ihn in den Bundestag. Er gehörte ihm drei Jahre an. Im Oktober 2005 zog der Schnaittenbacher als Nachrücker für Marianne Schieder, die nach Berlin wechselte, in den Landtag ein. Bild: Steinbacher
Politik
Amberg in der Oberpfalz
16.11.2016
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SPD-Abgeordneter Reinhold Strobl saß in der Safari-Lounge der Blauen Traube vor der Zebra-Deko, als er seine Entscheidung verkündete. Ab 2018 wird er kaum noch mit den großen Tieren der bayerischen Politik zu tun haben. Mit anderen Worten: Der 66-Jährige kandidiert dann nicht mehr für den Landtag.

/Kümmersbruck. Die Einladung zum Pressegespräch am Mittwoch um 11 Uhr in Kümmersbruck hatte etwas merkwürdig geklungen und vermuten lassen, dass es durchaus um etwas anderes gehen könnte. "3 Jahre Bundestag und 11 Jahre Landtag sind für mich Anlass, einen Blick zurück zu machen und auch eine Vorschau auf die kommenden Jahre zu geben", hatte Strobl darin geschrieben. Zunächst schaute er auch in die Vergangenheit - um dann zu verkünden, dass er in zwei Jahren von der politischen Bühne abtreten werde. "Ich habe mir das natürlich lange überlegt. Meiner Frau ist das recht, dass ich aufhöre", sagte er.

Nicht einmal eine Stunde später ging an die SPD-Mitglieder im Unterbezirk Amberg-Sulzbach-Neumarkt und "alle, die es wissen müssen", eine E-Mail Strobls raus. Unter der Überschrift "Landtagskandidatur 2018" teilte er seinen Genossen mit, dass er nicht mehr zur Verfügung stehe. "Ich bin jetzt 66 Jahre alt und am Ende der Periode habe ich das 68. Lebensjahr erreicht", hielt er darin fest. Also sei es an der Zeit, Platz zu machen für eine jüngere Kandidatin oder einen jüngeren Kandidaten. "Wichtig ist, dass wir wieder einen Vertreter im Landtag haben", hatte Strobl zuvor in der Blauen Traube unterstrichen. Seine Entscheidung habe er so früh bekanntgegeben, um Diskussionen zu vermeiden. Mögliche Nachfolger hätten nun die Gelegenheit, sich zu positionieren.

Gesundheitliche Gründe gebe es nicht, die ihn veranlassen würden, unter die politische Laufbahn einen Schlussstrich zu ziehen. Reinhold Strobl wörtlich: "Bis auf ein paar Kleinigkeiten, die jeder hat, fühle ich mich wohl." Aber mit 68 soll's halt gut sein. Kein spontaner Entschluss: "Deshalb hab ich schon vor längerer Zeit den Kreisvorsitz aufgegeben." Ein Posten, den der Schnaittenbacher 31 Jahre bekleidete.

Amtsmüde sei er keineswegs, unterstrich Strobl. "Ich bin bis zum letzten Tag Abgeordneter. Ich werde die nächsten zwei Jahre auch entsprechend weiterarbeiten", merkte der MdL an. (Angemerkt)
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