Des Bergsteigs neue Mitte
Ist der Polizei-Bau zu retten?

Der Polizei-Bau (lachsfarbenes Gebäude) sollte ursprünglich eine Reminiszenz an den Bergsteig von einst sein. Jetzt soll die Verwaltung prüfen, ob sich ein Erhalt des maroden Gebäudes überhaupt lohnt. Bild: Hartl
Politik
Amberg in der Oberpfalz
28.11.2016
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Ein maroder Wohnblock als Reminiszenz? Oder weg damit? Die Frage schien eigentlich geklärt. Per Stadtratsbeschluss wurde für den Erhalt als Erinnerung an das Bergsteig-Viertel gestimmt. Aber jetzt gibt es den zweiten Planungsabschnitt - und der Polizei-Bau ist weg, zumindest auf dem Papier.

"Die Reminiszenz ist ohnehin fragwürdig", sagte Elisa Puchner vom Stadtplanungsamt. Die Mitglieder des Bauausschuss waren sich allerdings darüber uneins. CSU-Stadtrat Rudolf Maier zeigte sich "überrascht". Über alle Parteigrenzen hinweg folgten die Stadträte 2015 der Empfehlung des Bauausschusses und brachten den Bebauungsplan für den Bergsteig auf den Weg.

Bestand muss in den Plan


Auf dem sieben Hektar großen Areal zwischen dem Rundbau und dem Sportheim des SV Inter sollen 33 Einzelhäuser, sechs Doppelhaushälften und ein Mehrfamilienhaus entstehen. Der baufällige Rundbau sollte weg, der Polizei-Block saniert werden. Auch die denkmalgeschützte Baracke an der Breslauer Straße, die nicht von der russisch-orthodoxen Gemeinde genutzt wird, soll eines Tages weichen. Klaus Mrasek (ÖDP) war der Meinung, dass der Bestand aufgenommen werden sollte: "Man kann den Plan nicht so machen, als wäre das Ding schon weg." CSU-Stadtrat Helmut Weigl war der Meinung, dass auf alle Fälle herausgearbeitet werden müsse, ob der Bau erhalten werden kann. "Der Bergsteig ist ja nicht mehr das Messerstecher-Viertel von damals, sondern ein moderner Stadtteil." Wenn der Erhalt kaum oder nur höchst aufwendig sanierbar sei, dann wäre das "ein teuerer Erinnerungsfaktor".

Nähe zu Gropius-Bau


OB Michael Cerny betonte, dass die Grundsatzentscheidung, ob der Polizei-Bau letztendlich doch wegmüsse oder nicht, kaum vom Bauausschuss entschieden werden könne. Die Verwaltung wurde einstimmig beauftragt, den Erhalt des Polizei-Baus zu bewerten. Für den Oberbürgermeister dagegen war es ein Herzensanliegen den Bebauungsplan endlich auf den Weg zu bringen. Hier intervenierte Stadtheimatpflegerin Beate Wolters. Sie nahm einen Vorschlag von Luftmuseums-Direktor Wilhelm Koch auf und präsentierte ihn im Bauausschuss: Die Nähe des Viertels zum Gropius-Bau solle besser vermarktet werden.

"Leute warten darauf"


Der Vorschlag lautete, aus der Überplanung des Areals einen Architektenwettbewerb zu machen, um Fachpublikum sowohl zur Glaskathedrale als auch zum Bergsteig zu locken. "Ein Wettbewerb für ein größeres Gebäude ist zu begrüßen", stand Cerny dem Vorschlag offen gegenüber. Mit einem Wettbewerb zu den Einfamilienhäusern die Bebauung zu verzögern hielt er für keine gute Idee. "Die Leute warten wirklich darauf, dass es endlich losgeht."

Bergsteig MitteZur Aufwertung des Stadtteils Bergsteig werden in seiner Mitte die veralteten Geschoßwohnungsbauten mit nicht mehr zeitgemäßen niedrigen Wohnstandards durch Neubauten ersetzt.

"Aufgrund der Nachfrage sind im zweiten Planungsabschnitt vorwiegend zwingend zweigeschossige Einzel- und Doppelhäuser mit flachem Satteldach vorgesehen", informierte Elisa Puchner vom Stadtplanungsamt.

Entlang des Claudiwegs ergänzen zwei Geschosswohnungsbauten mit Flachdach das Angebot verschiedener Wohnformen. Die Anbindung mit dem öffentlichen Nahverkehr soll weiter optimiert werden. Daher wurden drei neue barrierefeie Bushaltestellen aufgenommen. (roa)
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