Deutschland gegen Afghanistan

Nach einem fairen Spiel klatschten sich die Schönwerth-Realschüler und die afghanischen Jugendlichen ab. Bild: lup

Presseberichte hatten Schüler und Lehrkräfte auf die unbegleiteten afghanischen Flüchtlinge im Alter zwischen 12 und 17 Jahren aufmerksam gemacht. Nachmittags besuchen sie einen Deutschkurs. Doch zuvor fehlt oft die Abwechslung und die Ablenkung.

Spontan entstand die Idee, an einem Vormittag ein Fußballspiel zwischen den Schönwerth-Realschülern und den afghanischen Jugendlichen zu organisieren.

Mit nur wenigen Tagen Vorlauf gelang es den Lehrkräften Brigitte Bodensteiner und Erika Ohland zusammen mit der Amberger Jugendpflegerin Katrin Cislaghi, einen geeigneten Termin zu finden und alles Nötige vorab in die Wege zu leiten.

Ein Bus brachte die Afghanen schließlich zur Schönwerth-Realschule, wo Konrektor Andreas Rupprecht sie herzlich begrüßte. Auf Wunsch der Gäste fand ein echtes "Länderspiel" Afghanistan gegen Deutschland statt. Sehr schnell zeigte sich, dass die Amberger es mit einer fußballerischen Übermacht zu tun hatten, was von den Zuschauern mit sehr viel Respekt, Beifall und einem bewundernden "Die haben echt was drauf" gewürdigt wurde.

Zwar ist Fußball international und braucht prinzipiell keine Worte. Die Übersetzungen von Mohammad Noori, einem Fünftklässler der Schönwerth-Realschule, erwiesen sich dennoch als immense Hilfe. Der Schüler, der Dari - eine der Landessprachen in Afghanistan - spricht, dolmetschte für seine Lehrer und seine Mitschüler und erklärte auch den deutschen Wortschatz zum Thema "Fußball".

Die Freude und die Begeisterung über die sportliche Begegnung waren sowohl Gästen, Gastgebern als auch den Lehrkräften anzusehen. Gesteigert wurde diese bei den afghanischen Jugendlichen noch, als sie nach eineinhalb schweißtreibenden sportlichen Stunden erfuhren, dass sie das Schultrikot behalten dürfen. Dieses hatte man ihnen für das Spiel zur Verfügung gestellt.

Bei einer einmaligen Aktion ist es nicht geblieben - dieser Tage trafen sich die fußballbegeisterten Jugendlichen bereits zum fünften Mal. Kontakte gibt es inzwischen auch außerhalb der Schule. Der Sport hat das Seine dazu beigetragen.
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