Die CSU behält ihre Linie bei
Bahnhof muss weg, Tiefgarage her

Über Innenstadtthemen und den Bahnhof sprachen (von links) CSU-Kreisvorsitzender Stefan Ott, OB Michael Cerny, Abgeordnete Barbara Lanzinger und Ortsverbandsvorsitzender Thomas Bärthlein. Die CSU-Stadtmitte, sagte er, habe rund 100 Mitglieder. Bei einem Durchschnittsalter von knapp über 59 Jahren müsse man versuchen, junge Erwachsene zur Partei zu holen. Bild: gf
Politik
Amberg in der Oberpfalz
19.06.2016
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Die einen wollen den Bahnhof behalten, die anderen ihn am liebsten weghaben. Jetzt bekräftigte Bundestagsabgeordnete Barbara Lanzinger (CSU), dass Abriss und Neubau die einzige Option seien. Eine Sanierung wäre Geldverschwendung.

Bei der Mitgliederversammlung der CSU-Stadtmitte stellte deren Vorsitzender Thomas Bärthlein zudem klar, dass aus seinem Ortsverband heraus erstmals die Idee gekommen sei, den Bahnhof abzubrechen - lange bevor sich auch die Amberger SPD mit dem Thema befasst habe. Dem Bahnhof ein neues Gesicht zu verleihen, sei eine nun zwei Jahre alte Forderung des Ortsverbandes, die die SPD aber lange Zeit als Hirngespinst bezeichnet habe.

Neu gestaltet werden müsse auch das Umfeld des Bahnhofs, betonte Lanzinger und wünschte sich einen ebenerdigen Zugang zu den Parkhäusern. Nur bei einem Neubau lasse sich ein barrierefreier Einstieg in die Züge verwirklichen. Es gebe ernstzunehmende Gespräche mit der Bahn, im Bundesverkehrswegeplan sei ein zweigleisiger elektrifizierter Ausbau des Schienennetzes zwischen Nürnberg und Tschechien enthalten.

Schlechtreden nervt OB


Für Oberbürgermeister Michael Cerny ist die Innenstadt das Aushängeschild Ambergs. Oft sei der erste Eindruck von einer Stadt ausschlaggebend dafür, ob sich qualifizierte Fachkräfte entscheiden, hier zu arbeiten und zu wohnen. Parken sei ein großes Thema. Mit einem funktionierenden Leitsystem könne der Parksuchverkehr reduziert werden. Satt hat der OB das in seinen Augen permanente Schlechtreden der Parksituation in Amberg. Das gute Angebot an Stellplätzen und Tiefgaragen müsse mehr herausgestellt werden, meinte er.

Was das ehemalige Forum angeht, räumte Cerny ein, dass zwölf Jahre Lehrstand durchaus zu einer Abwärtsspirale im Umfeld geführt hätten. Nun stelle sich das Bürgerspital-Areal als geeigneter Standort für eine Tiefgarage heraus, und das frühere Kaufhaus könne auf 9000 Quadratmetern mit einem ausgewogenen Mix aus Handel, Dienstleistern und Wohnungen aufwarten. Der überdachte Innenhof werde sich zu einem gut frequentierten Treffpunkt entwickeln, ist sich der Oberbürgermeister sicher.

Beim früheren Forum, künftig die Neue Münze, werde der Einzelhandel das Erdgeschoss und den 1. Stock belegen, erläuterte der OB. Für die zweite Etage seien Dienstleister vorgesehen, eventuell ziehe sogar das Bauamt ein. Dann würde sich die Stadt die Sanierung der jetzigen Büros sparen und könnte das Gelände für Wohnbebauung nutzen.

Investor will Garage


Das Bürgerspital-Areal sei europaweit ausgeschrieben. Den Zuschlag werde der Investor erhalten, der das sinnvollste Konzept für eine Belebung der Innenstadt vorlege. Der Oberbürgermeister hielt in diesem Zusammenhang fest, dass der Investor klare Vorstellungen von einer Tiefgarage habe und diese auch verwirklicht sehen wolle. Ansonsten könnte sein Interesse schnell verloren gehen.

Als kontraproduktiv bezeichnete Ortsverbands-Vorsitzender Bärthlein die von Achim Hüttner (Interessengemeinschaft Menschengerechte Stadt) präsentierte Fotomontage zur vorgesehenen Tiefgaragenzufahrt in der Bahnhofstraße. So ein hässliches Bauwerk werde dort sicherlich nicht entstehen. "Totengräber für die Amberger Innenstadt brauchen wir nicht, vielmehr Menschen, die vorwärts denken und Amberg voranbringen wollen", kommentierte Bärthlein Hüttners Vorstoß. Der OB meinte: "Die Zufahrt zur Tiefgarage muss deutlich zu erkennen sein, sonst fährt jeder daran vorbei, wie an der Garage beim Ziegeltor."

Die DelegiertenIn die Kreisvertreterversammlung zur Bundestagswahl schickt die CSU-Stadtmitte als Delegierte: Thomas Bärthlein, Martina Dietrich, Michael Koller, Toni Heberer, Leonhard Liereth, Ruppert Natter, Karin Gmeiner, Hedwig Gerl, Michaela Frauendorfer, Kathrin Fischer und Richard Glombitza. Ersatzdelegierte sind Alfred Lanzinger, Wolfgang Preuß, Inge Utz, Harald Bäumler, Wolfgang Lebe, Wolfgang Michael Weiß, Marcus Kotzbauer und Dr. Lutz Schubert. (gfr)


Die Zufahrt zur Tiefgarage muss deutlich zu erkennen sein, sonst fährt jeder daran vorbei, wie an der Garage beim Ziegeltor.Oberbürgermeister Michael Cerny
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