Dr. Klaus Ebenburger bricht mit den Freien Wählern
Die Abrechnung des Doktors

Mit seinem Abschied von den Freien Wählern und dem gleichzeitigen Wechsel zu den Grünen hat Stadtrat Dr. Klaus Ebenburger eine kommunalpolitische Bombe platzen lassen. Der 65-jährige Mediziner war das Gesicht der FW in Amberg. Archivbild: Huber

Was für ein Paukenschlag! Dr. Klaus Ebenburger bricht mit den Freien Wählern (FW) und haut so richtig auf sie drauf. Vor dem Wahlkampf sei das "F" für "fleißig, frisch und frei" gestanden, seitdem für "faul und feige", schimpft er. Eine neue politische Heimat hat der 65-jährige Stadtrat schnell gefunden: die Grünen.

Seinen Abschied gab der Allgemeinarzt in einer Presseerklärung bekannt. Über 20 Jahre war er bei den Freien Wählern, davon 10 als deren Vorsitzender. "Ab sofort bin ich Mitglied der Partei Bündnis 90/Die Grünen und werde mein Stadtratsmandat als Mitglied der Fraktion der Grünen im Amberger Stadtrat wahrnehmen", teilt Klaus Ebenburger mit. Er verabschiede sich, weil er mit den FW sowohl auf Landesebene als auch im Landkreis und in Amberg "seit geraumer Zeit ganz außerordentlich unzufrieden" sei.

"In die Büsche geschlagen"

Seit dem Kommunalwahlkampf 2014 sei bei den Freien Wählern in Amberg nichts mehr so, wie es vorher war, beklagt Ebenburger. "Faul und feige" hätten einige ihre Kandidatur zum Stadtrat vermieden, "selbst ein Vorstandsmitglied hat sich in die Büsche geschlagen". Doch "das hindert diesen Herrn nicht daran, bis heute großmäulig zu tönen, er jedenfalls habe immer alles richtig gemacht", schreibt der 65-Jährige. Der Wahlkampf der FW sei im Wesentlichen eine One-Man-Show gewesen: "Einige meiner ,Mitstreiter' haben sich während des gesamten Wahlkampfes kaum, eine Kandidatin (Vorstandsmitglied) nicht ein einziges Mal an unserem Info-Stand sehen lassen. Das Ergebnis war entsprechend."

Umdenken bei den Amberger Freien Wählern

"Meine Politik war es, stets uneigennützig, nur meiner Überzeugung und meinem Gewissen folgend, das Beste zum Wohle meiner Heimatstadt und ihrer Bürger zu erreichen. Persönliche Vorteile jedweder Art habe ich stets aus vollster Überzeugung abgelehnt", sagt Ebenburger. Es sei bitter für ihn, dass im Kreise der Amberger Freien Wähler hier ein Umdenken stattgefunden habe, merkt der 65-Jährige an und konkretisiert: "Eines meiner Vorstandsmitglieder betreibt seit geraumer Zeit mit impertinentem Eifer die Änderung der Amberger Straßenausbausatzung. Er ist als Hausbesitzer und unmittelbarer Anlieger einer Straße, die demnächst ausgebaut werden soll, selber Nutznießer der von ihm betriebenen Änderung. Unverständlicherweise wird dieser Herr von meinem (bisherigen) FW-Stadtratskollegen entgegen meinem ausdrücklichen Wunsch in diesem Bestreben unterstützt. Amigo-Wirtschaft also nunmehr auch bei Amberger Freien Wählern? Ohne mich!"

Grüne als neue Heimat

Er gehe mit Wehmut, unterstreicht Ebenburger, denn die FW seien ja seine politische Heimat gewesen. Diese verliere er nun, er gewinne aber mit den Grünen eine "neue Heimat", auf die er sich sehr freue: " Ich bin fest davon überzeugt, dass ich meine Ideale zusammen mit meinen Freunden Elke Winkel, Helmut Wilhelm und Hans-Jürgen Bumes werde verwirklichen können."
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