Ehemalige Berufsschule in Amberg als mögliche Unterbringung für Flüchtlinge geeignet
Belegungsplan für Flüchtlinge

Das ist der Beweis: In der Außenstelle der Berufsschule war gestern dieser Ordner mit Belegungsplänen für die Unterbringung von Flüchtlingen zu entdecken. Bild: Steinbacher
Politik
Amberg in der Oberpfalz
02.07.2015
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Die Situation bei der Unterbringung von Flüchtlingen spitzt sich zu. Vielerorts werden Turnhallen belegt, in Augsburg ist sogar von einer Zeltstadt die Rede. Amberg und der Landkreis wollen nichts dem Zufall überlassen und haben auf Drängen der Regierung der Oberpfalz ein mögliches gemeinsames Quartier gefunden. Die Betonung liegt auf mögliches Quartier.

Amberg. (tk) Am Anfang dieser Geschichte stand ein Telefonat. Ein Leser meldete sich gestern um 8.35 Uhr und teilte mit, er habe gehört, dass sich das Gesundheitsamt gezielt auf der Suche nach Ärzten befinde. Sie sollen dann einsatzbereit sein, wenn es eines Tages darum gehe, neu in der Amberg-Sulzbacher Region ankommende Flüchtlinge zu untersuchen. Die Bestätigung ließ nicht lange auf sich warten, ein derartiges Schreiben gibt es tatsächlich. Um vorbereitet zu sein, falls die vorhandenen Kapazitäten bei der medizinischen Erstversorgung nicht reichen.

Auftrag der Regierung

Mehr wollte Gesundheitsamtsleiter Dr. Roland Brey zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen und verwies auf Joseph Karl, den Sprecher der Regierung der Oberpfalz. Dieser teilte auf Nachfrage mit, dass der Bezirk permanent auf der Suche nach möglichen Unterkünften für Flüchtlinge sei. Das gelte natürlich auch für Amberg und den Landkreis. Ob die Bleibe vorübergehend oder auf Dauer bestehen sollte, lasse sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht beantworten.

Da der Amberger, der sich morgens bei der Redaktion gemeldet hatte, von einer möglichen Flüchtlings-Aufnahmestation in der Landwirtschaftlichen Berufsschule in der Adalbert-Stifter-Straße gesprochen hatte, wurden die Pressestellen von Stadt und Landkreis umgehend mit der Frage danach konfrontiert.

Überprüfung der ehemaligen Berufsschule

Um 15.51 Uhr erreicht eine gemeinsame Presseerklärung unsere Zeitung: "Stadt Amberg und Landkreis Amberg-Sulzbach sind von der Regierung der Oberpfalz gebeten worden, Objekte für mögliche Außenstellen der Asylbewerber-Erstaufnahmeeinrichtung in Regensburg zu suchen." In diesem Zusammenhang werde die ehemalige Berufsschule in der Nähe des Hockermühlbades "auf ihre Eignung hin geprüft". Ergänzend dazu ließ Harald Herrle, persönlicher Referent von Landrat Richard Reisinger, wissen: "Ein Brandschutztechniker ist beauftragt." Von dessen Gutachten werde es abhängen, ob - und wenn ja - wie viele Flüchtlinge untergebracht werden können. Sollte die Immobilie, die dem Landkreis aktuell zum Großteil als Lager dient, tatsächlich infrage kommen, müssten danach die örtlichen Gremien entscheiden, ob sich der Bezirk einmieten darf. Zuerst gefragt werden müsste der Kreistag, danach sei es Aufgabe des städtischen Bauausschusses, der erforderlichen Nutzungsänderung auch grünes Licht zu geben.

Zeitplan noch offen

Ein Zeitplan existiert laut Harald Herrle noch nicht. Sollte die Politik eine Unterkunft für Asylbewerber in der Adalbert-Stifter-Straße zustimmen, müsste das Gebäude womöglich saniert oder gar umgebaut werden. "Dann würde es auf jeden Fall Winter werden." Es sei aber auch ein früherer Bezug denkbar. Theoretisch. Harald Herrle: "Außer, die Regierung verpflichtet uns dazu, ein Notfallkontingent zu Verfügung zu stellen." Dann müsste die ehemalige Berufsschule als Provisorium relativ zügig bezogen werden.
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