"Ein Pass, und dass ich hier bleiben darf"

Präsidium und Abgeordnete begutachteten die Backstube des Berufsschulzentrums. Bild: Hartl
Politik
Amberg in der Oberpfalz
11.06.2016
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Ob die Ausbildung der Flüchtlinge ausreiche und ob genug Deutschlehrer vorhanden seien - das wollte Landtagspräsidentin Barbara Stamm wissen. Zusammen mit den Vizepräsidenten und Landtagsabgeordneten besuchte sie am Donnerstag das berufliche Schulzentrum.

"Das Wichtige beim Besuch einer Schule ist die Schule." Martin Wurdack hielt keine lange Rede. Eine guten Stunde hatten sich das Präsidium Zeit genommen. Schulleiter Wurdack hatte eine Vorstellung der verschiedenen Bildungszweige organisiert. Schülergruppen sprachen kurz über ihre Ausbildung. Dann ging es in die Führung durch die Klassenräume.

Abgeordnete in Backstube


Viel politische Prominenz begleitete die Landtagspräsidentin und deren Stellvertreter Inge Aures, Peter Meyer und Ulrike Gote. Neben Oberbürgermeister Michael Cerny waren noch die Landtagsabgeordneten Jürgen Mistol, Tobias Reiß, Dr. Harald Schwartz und Reinhold Strobl zugegen. Zunächst war das Präsidium in Schwaben und Niederbayern. Nun stand in der Oberpfalz der dritte Regionalbesuch an. Martin Wurdack führte die Abgeordneten zunächst in die Backstube der Schule. Marco Rom, Fachlehrer für Nahrungsmittel, erläuterte dort seinen Unterricht: "Wir machen auch einmal gezielt einen Ausschuss. Die Schüler sollen wissen, was passiert, wenn man zu viel Mehl oder keine Hefe für den Teig verwendet. Im Betrieb müssen sie das ja auch erkennen."

Besonders interessiert war die Landtagspräsidentin an den berufsvorbereitenden Klassen für Asylbewerber und Flüchtlinge. Beim Beauftragten für Flüchtlingsbeschulung erkundigte sie sich nach deren Ausbildung. Robert Kölbl berichtete, dass für Flüchtlinge eine zweijährige Berufsvorbereitung am Berufsschulzentrum vorgesehen ist. Im ersten Jahr gäbe es zunächst vorbereitende Praktika in Zusammenarbeit mit dem Kolping-Bildungswerk. Im zweiten Jahr gingen die Flüchtlinge bereits in die Betriebe.

Soziale Berufe sehr beliebt


Stamm fragte, ob denn zwei Jahre zur Qualifizierung ausreichten. Kölbl antwortete, es komme sehr stark darauf an, was der Einzelne mitbringe. "Und Sie haben genug Betriebe?", wollte die Präsidentin wissen. Aktuell sei das kein Problem, antwortete Kölbl. Vor allem soziale Berufe und das Rote Kreuz seien sehr beliebt. Auch nach dem Bedarf an Deutschunterricht erkundigte sich Stamm. Kölbl meinte dazu, dass es einen großen Bedarf an Deutschlehrern für Flüchtlinge gebe. "Die Probleme sind da. Aber meiner Meinung nach ist das lösbar."

Im Anschluss suchte Stamm auch das persönliche Gespräch mit den Flüchtlingen. Ali Mohammed kommt aus Gambia und ist seit drei Jahren in Deutschland. Sie fragte ihn, was er sich wünsche. "In Deutschland anerkannt zu werden und einen Pass zu bekommen", antwortete er. Für das Präsidium ging es aber dann auch schon weiter: Um 10 Uhr stand das Richtfest für das Museum der Bayerischen Geschichte in Regensburg auf dem Terminplan.
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