Einsturzgefahr: Bauamt macht Krisensitzung
Dieses Haus könnte einstürzen

Aus Sicherheitsgründen wurden die zur Fußgängerzone zugewandten Läden geschlossen. Das einsturzgefährdete Haus zwischen Georgenstraße und Eichenforstgäßchen soll ansonsten unbewohnt sein. Das Kosmetikstudio Doris an der Rückseite ist nicht betroffen. Bild: gf
Politik
Amberg in der Oberpfalz
27.08.2015
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Kaum hing an der Eingangstür des Ladens der Zettel, auf dem von Einsturzgefahr die Rede war, da zückte ein Passant sein Handy und schoss davon ein Foto. Dass das Haus zwischen der Georgenstraße und dem Eichenforstgäßchen plötzlich wie ein Kartenhaus zusammenfällt, davon ist wohl nicht auszugehen. Doch Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste

Deshalb ging man am Donnerstagnachmittag erst einmal auf Nummer sicher. Und so blieben das Handygeschäft und die Confiserie Hussel, die kurz zuvor eilig zugesperrt worden waren, bis auf Weiteres geschlossen. Was bei etlichen Leuten, die zu diesem Zeitpunkt in der Fußgängerzone unterwegs waren und denen die beratschlagenden städtischen Mitarbeiter und THW-Kräfte vor dem Gebäude natürlich sofort aufgefallen waren, allergrößtes Interesse und ebensolche Neugierde hervorrief.

Dänische oder niederländische Holding

Warum machte das Wort Einsturzgefahr die Runde? Die Baubehörde hatte nach 15 Uhr den Hinweis erhalten, dass mit dem Haus etwas nicht stimmen könnte. Vor Ort war zu erfahren, dass sich wohl der Geschäftsführer eines Bauunternehmens und ein Statiker aus Weiden die Sache angesehen hatten und letzterer zu dem Schluss gekommen war: der Bau könnte einstürzen. Das Anwesen soll einer dänischen oder niederländischen Holding gehören, der Hausverwalter in Düsseldorf sitzen.

Probleme mit Kommunwand

Die Baubehörde der Stadt verständigte den Amberger Statiker Walter Trösch, um eine zweite Meinung einzuholen. "Eine Kommunwand macht Probleme", das war bei der Besichtigung im Hinterhof aufzuschnappen, während Trösch sich im Haus umschaute. Als er wieder herauskam, hielt der Bauingenieur fest: "Die Setz- und Lagerfuge ist ausgespült. Das kennt ein Blinder." Zuvor war erzählt worden, dass es in einem der Läden immer wieder zu Wassereinbruch gekommen sei.

Krisensitzung beim Bauamt

"Irgendwas muss passieren", sagte Trösch und wollte deshalb keine Entwarnung geben. Er gelangte ebenfalls zu der Auffassung: Hier herrscht Einsturzgefahr. Auch wenn der ehemalige Besitzer des Hauses anklingen ließ, dass der Zustand des Gebäudes seit etwa 30 Jahren praktisch unverändert sei.

Heute treffen sich Experten im Bauamt zu einer Krisensitzung, um zu überlegen, wie es mit dem Gebäude weitergeht.
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