Emilie Leithäuser rutschte mit Verzögerung in den Stadtrat
Die Spätberufene

Emilie Leithäuser. Bild: Hartl
Politik
Amberg in der Oberpfalz
10.10.2016
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Zu ihrem 70. Geburtstag konnte man in der AZ noch schreiben: "Emilie Leithäuser ist ein sehr gutes Beispiel dafür, dass man nicht im Stadtrat sitzen muss, um in Amberg etwas zu erreichen." Zu ihrem 75., den sie heute feiert, gilt das nicht mehr: Emilie Leithäuser hat vor gut zwei Jahren auch noch den Einzug in den Stadtrat geschafft - mit einer sehr ungewöhnlichen Vorgeschichte.

Anecken ist nicht verboten


Denn sie kandidierte als Unabhängige auf der Liste der FDP, und dort bekam eigentlich Wolfgang Hottner die meisten Stimmen. Der lebt allerdings in Mimbach, weshalb die Rechtmäßigkeit seiner Kandidatur nachträglich infrage gestellt wurde. Nach einigem Hin und Her legte er das Mandat schließlich wegen "beruflicher Veränderungen" nieder und Emilie Leithäuser rückte nach. "Das macht mir viel Spaß", sagte sie heute zur Arbeit in dem Gremium. Vielleicht gerade weil sie manchmal aneckt. "Das macht mir nichts aus, das habe ich ja sonst auch oft. Ich kann mich einfach nicht verstellen."

Das mag mit dem Lebensweg der gebürtigen Ambergerin zusammenhängen: Ihr Vater fiel im Krieg, sie lernte ihn nie bewusst kennen. Nach der Volksschule machte sie eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau. Später bildete sie sich fort und wurde Verwaltungsangestellte beim Finanzbauamt. Nach der Hochzeit mit Gerhard Leithäuser (1963) und der Geburt der beiden Kinder pausierte sie im Beruf bis 1981.

Mit 40 Jahren absolvierte sie eine Weiterbildung zur Bilanzbuchhalterin und machte sich acht Jahre später als Steuerberaterin selbstständig. Zu Spitzenzeiten beschäftigte ihr Büro 25 Mitarbeiter.

1989 zog es Emilie Leithäuser auch in die Politik. Sie trat der CSU bei, stand dort sechs Jahre lang dem Ortsverband Stadtmitte vor und kandidierte 2002 sowie 2008 erfolglos für den Stadtrat. Der Einzug gelang ihr erst 2014 auf dem FDP-Ticket. In den Sitzungen macht die stellvertretende Vorsitzende der Park- und Werbegemeinschaft (seit 2002) ihrem Ruf als engagierte Kämpferin für die Innenstadt alle Ehre.

Ruhestand kein Thema


Gefeiert wird der 75. mit Freunden, Mandanten und Verwandten im La Vida. Zum Thema Ruhestand sagte Emilie Leithäuser vor fünf Jahren: "Solange ich geistig fit bin, möchte ich weiterarbeiten." Ob das auch heute noch gilt? "Aber natürlich."
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