Entscheidung in München
Ministerrat macht Dampf

Auf dem Ausbaustand des 19. Jahrhunderts stehen geblieben: Die Bahnstrecke nach Schwandorf ist noch weitgehend eingleisig, von Elektrifizierung keine Spur. Bild: Hartl
Politik
Amberg in der Oberpfalz
03.05.2016
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Dieses Wort hat Gewicht: Der Ministerrat der Staatsregierung sprach sich für die Vordringlichkeit des Ausbaus samt Elektrifizierung der Bahntrasse Nürnberg-Furth im Wald aus. Ob das einem Sinneswandel gleichkommt, muss noch offen bleiben.

Amberg-Sulzbach/München. Direkt nach der Beschlussfassung, so eine Pressemitteilung, erhielt Landtagsabgeordneter Harald Schwartz (CSU) am Dienstag vergangener Woche die "erfreuliche Nachricht" aus München: Der Ministerrat unterstützt die Bahntrasse über Nürnberg, Sulzbach-Rosenberg, Amberg nach Prag und verleiht dem Projekt äußerst hohe Priorität. "Nun fiel die Entscheidung, dass der Ministerrat der Bundesebene acht Projekte in ganz Bayern mit besonderem Nachdruck und hoher Priorität zur Realisierung empfiehlt", verkündete Schwartz.

Aus der Tatsache, dass ihm die Schienenführung über die Region Amberg-Sulzbach ein großes Anliegen ist, macht der Abgeordnete keinen Hehl. "Diese Entscheidung des Ministerrates hat mich überaus gefreut. Unter anderem deshalb, weil die Bahntrasse für unsere Region von überaus großer Wichtigkeit ist." Pendler, Unternehmen, Tourismus, Gastronomie, alle könnten davon profitieren.

In diesem Zusammenhang hob Schwartz auch das "optimale Zusammenspiel" der politischen Mandatsträger der Region hervor. Sowohl Landrat Richard Reisinger als auch Oberbürgermeister Michael Cerny (beide CSU) hätten unermüdlich für die sogenannte Metropolenbahn geworben. Das gelte ebenso für " unsere Bundestagsabgeordneten".

Das Milliarden-Projekt konkurriert mit einer weiter nördlich laufenden Trasse über Marktredwitz und wurde in die Neuauflage des Bundesverkehrswegeplans erstmals als "weiterer" beziehungsweise "potenzieller Bedarf" aufgenommen. Die Nordroute hingegen wird als vordringlich eingestuft und ist damit deutlich näher an der Umsetzung dran als die Metropolenbahn. Bisher hat die Staatsregierung die Strecke über Marktredwitz favorisiert, weil sie damit gegenüber Oberfranken im Wort steht.
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