Es bleibt ein Appell
Umweltausschuss wirbt für Mehrweg-Coffee-to-go

Ganz im Sinne des Umweltausschusses: Eine Bäckerei mit sechs Filialen schloss sich der Kampagne Coffe to go again an und bietet ihren Kunden eigene Keramik-Mehrweg-Becher an. Bild: Steinbacher
Politik
Amberg in der Oberpfalz
08.07.2016
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Einfach verbieten, das geht nicht, das gebe die Rechtslage nicht her. So positioniert sich die Umweltabteilung der Stadtverwaltung in der Frage, wie Einweg-Pappbechern, in denen Coffee to go ausgeschenkt wird, Einhalt geboten werden könne. Auf einen Antrag der SPD-Fraktion vom April geht dieses Ansinnen zurück. Untätig blieb das Rathaus trotz der eingeschränkten Möglichkeiten nicht.

Nun wurde dem Umweltausschuss Bericht erstattet. Überquellende Abfalleimer in der Stadt und die auf der Hand liegende Ressourcenverschwendung hatten die Sozialdemokraten zu ihrem Vorstoß bewogen. Zudem machte damals die Aktion "Coffe to go again" einer Münchener Studentin die Runde. Diese Kampagne wirbt für die freiwillige Selbstverpflichtung von Anbietern warmer Mitnehm-Getränke, auf Mehrweg-Gefäße umzustellen. Bürgermeisterin Brigitte Netta (SPD), die die Sitzung des Umweltausschusses leitete, hatte sich damals dafür stark gemacht, in Amberg diese Aktion publik zu machen. Und erneut positionierte sie sich klar, dass nicht entstehender Müll die effektivste Form der Abfallentsorgung darstelle. Damit stieß sie auf breite Zustimmung.

Lediglich Emilie Leithäuser (FDP) äußerte sich angesichts ihrer Erfahrungen beim Weihnachtsmarkt hinsichtlich des Ausschanks in mitgebrachte Tassen oder Becher skeptisch. Sie befürchtet Hygieneprobleme. Praktisch wollte das Rechts- und Umweltreferent Dr. Bernhard Mitko nicht ausschließen, betonte jedoch, dass lebensmittelrechtlich dem nichts entgegenstehe. Zudem bot er der Gastronomie und einschlägigen Gewerbetreibenden sowie Handwerksbetrieben eine entsprechende Beratung durch die Lebensmittelüberwachung an.

ErhebungDie Umweltabteilung der Stadt schrieb rund 100 Bäckereien, Tankstellen, Cafés, Restaurants und Gaststätten an, um nachzufragen, wie sie es beim Ausschank von Coffee to go halten. Etwa ein Drittel machte Angaben (Stadtrat Thomas Bärthlein, CSU: "Das heißt, zwei Dritteln ist es egal"). Folgendes Bild zeichnet sich ab:

18 der rund 33 antwortenden Betriebe geben Coffee to go ab. 13 sind bereit, auch mitgebrachte Tassen oder Becher zu befüllen, 7 bieten Mehrweg-Gefäße, zwei in einem eigenen Pfandsystem, an. Eine Bäckerei mit sechs Filialen in der Stadt und Kümmersbruck hat sich der Kampagne Coffee to go again angeschlossen und offeriert ihren Kunden eigene Keramikgefäße.

In der Schwebe ist noch die Idee, in Kooperation mit der Werbegemeinschaft entsprechende Amberg-Mehrweg-Becher aufzulegen. (zm)
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