Feuerwehren ab sofort funktechnisch online
Jetzt geht es digital zur Sache

"Wie oft haben wir schon über den Digitalfunk gesprochen?", gab OB Michael Cerny (stehend, Zweiter von links) das Wort ab. Damit war der schlichte Akt der Inbetriebnahme auch für Landrat Richard Reisinger (links daneben) und ZRF-Geschäftsführer Andreas Dommer (rechts daneben) erledigt, und der Schwandorfer Landrat Thomas Ebeling (sitzend) setzte den ersten digitalen Funkspruch der ILS an die Feuerwehren ab. Bild: Huber
Politik
Amberg in der Oberpfalz
05.04.2016
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Wer den ersten digitalen Funkspruch für die Feuerwehren in der mittleren Oberpfalz mithörte, muss offen bleiben. Aber es gab ihn, abgesetzt gestern Punkt 9 Uhr von der Integrierten Leitstelle (ILS). Adressat waren alle 285 Feuerwehren von Amberg sowie der beiden Landkreise Amberg-Sulzbach und Schwandorf und die gleichfalls auf diesen Kanälen kommunizierenden Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW).

Zuvor gab's Wirbel


Für sie hatte der Schwandorfer Landrat Thomas Ebeling sehr nüchterne Sätze aufgeschrieben bekommen: "Hier spricht die Leitstelle Amberg (...), ab sofort erfolgt die Abwicklung des Funkverkehrs (...) über das Tetra-Digitalfunknetz. Ende der Durchsage." So unspektakulär können Vorhaben Wirklichkeit werden, selbst wenn sie im Vorfeld viel politischen und auch manch lokalen Wirbel verursacht hatten.

Zwei Jahre Vorlauf


Im Zuständigkeitsbereich des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Amberg (ZRF) ging die Umstellung laut dessen Geschäftsführer Andreas Dommer recht geräuschlos und zügig über die Bühne. Im April 2014 hatte die Verbandsversammlung den Auftrag erteilt, die Eingliederung der ILS in das bayernweite Digitalfunk-Netz BOS (Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben) in Angriff zu nehmen. Zwei Jahre später wurde der erste digitale Funkspruch aus der Gasfabrikstraße 19 abgesetzt. Dazwischen lag die Arbeit einer Projektgruppe, die sich um die Koordination, technische Details, die Ausbildung und Anschaffung der nötigen Geräte kümmerte. "85 Prozent der Nutzer bei den Feuerwehren und Hilfsdiensten sind Ehrenamtliche", gab Dommer zu bedenken, dass die Einführung nicht nur viel Arbeit, sondern auch sehr viel Freizeit gekostet habe.

Schwandorf koordinierte eine Einkaufsgemeinschaft für die nötigen rund 2200 Hand- und Einbaugeräte (im Schnitt pro Fahrzeug vier mobile Stationen). Insgesamt haben dafür die Feuerwehren aller drei Verbandsmitglieder rund 1,5 Millionen Euro ausgegeben. Die Umrüstung der Leitstelle fiel laut Dommer bei den Kosten mit 50 000 Euro nicht mehr stark ins Gewicht, da beim Bau die Grundausrüstung installiert wurde.

Vierte im Freistaat


Die ILS hat mit der Inbetriebnahme des Digitalfunks (das Polizeipräsidium Oberpfalz stellte im Herbst 2015 um) einen gewaltigen Schritt nach vorne getan. Hing ihr bisher an, bayernweit die letzte von 26 dieser Zentralen zu sein, die in Betrieb ging, so ist sie nun die vierte, die auf den BOS-Kanälen funkt. Die Rettungsdienste der drei Verbandsmitglieder sollen bald folgen. In der Handhabung ähnelt der neue Einsatzfunk dem heute üblichen mobilen Telefonieren. Die Handgeräte sehen auch frühenen Handy-Generation ähnlich. Den Nutzern, die nur im Wechselsprechverkehr kommunizieren können, bietet diese Technik laut Dommer im Alltag, speziell aber bei aufwendigen Einsatzlagen wie schweren Unglücken oder Großveranstaltungen à la G.O.N.D., deutlich mehr Betriebssicherheit.
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