Fluchtlings-Zustrom in Amberg abgeebbt
Wieder Platz in Asylheimen

(Foto: Steinbacher)
Politik
Amberg in der Oberpfalz
04.05.2016
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Der Zustrom an Flüchtlingen ist abgeebbt. In den Amberger Unterkünften haben sich viele Zimmer geleert. Die Stadt geht dennoch nicht zur Tagesordnung über.

Auch wenn die Zahl der ankommenden Flüchtlinge sinkt: "Die Unterbringung der Asylsuchenden bleibt eine große Herausforderung für uns", sagte Oberbürgermeister Michael Cerny am Montag vor dem Stadtrat. Zu Beginn der Sitzung gab er einen Überblick über die aktuelle Belegung der Unterkünfte in der Stadt.

Insgesamt seien derzeit 741 Asylsuchende in Amberg registriert. In der Erstaufnahmeeinrichtung in der Adalbert-Stifter-Straße hätten 117 Zuflucht gefunden. Dort gebe es noch Platz für weitere 60 Menschen. Fast voll sei die Gemeinschaftsunterkunft an der Kümmersbrucker Straße. 258 Kinder, Frauen und Männer warteten dort auf den Ausgang ihres Asylverfahrens. Erstaufnahmeeinrichtung und Gemeinschaftsunterkunft werden von der Regierung der Oberpfalz betrieben.

In der Zuständigkeit der Stadt befindet sich die Notunterkunft im ehemaligen Bundeswehrkrankenhaus, die derzeit mit 140 Personen belegt ist. Sie ist für 200 Menschen ausgelegt. Weitere 127 Asylbewerber sind über das Stadtgebiet verteilt in Wohnungen untergebracht. Hier könne die Stadt bei Bedarf auf weitere Wohneinheiten für rund 90 Menschen zurückgreifen. Hinzu kommen 48 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die in betreuten Wohngemeinschaften leben.

"Aktuell sind die Kapazitäten ausreichend", bilanzierte der Rathauschef. "Mit der steigenden Anerkennungsquote steigt aber der Bedarf auf dem freien Wohnungsmarkt." Wohnraum ist ohnehin knapp in Amberg. "Wir versuchen deswegen, in allen Bereichen neuen zu schaffen", sagte Cerny. "Nachverdichtung" ist dabei eines der Stichworte. Leerstände sollen genutzt, Grundstückslücken bebaut und bestehende Häuser - wenn es sich anbietet - aufgestockt werden.

Die Betreuung der Flüchtlinge macht sich unter anderem in gestiegenen Personalkosten bemerkbar. Auf 550 000 Euro bezifferte der Oberbürgermeister die Belastungen für die Stadt. Insgesamt seien seit dem vergangenen Jahr zehn Vollzeitstellen neu geschaffen worden. Die Kommune will nun noch einen Bildungskoordinator mit ins Boot holen. Er soll bei der Integration der anerkannten Asylbewerber helfen. Die Stelle ist zunächst auf zwei Jahre befristet und wird zu 100 Prozent vom Freistaat gefördert. Ein Antrag ans Bildungsministerium ist unterwegs.
Aktuell sind die Kapazitäten ausreichend. Mit der steigenden Anerkennungsquote steigt aber der Bedarf auf dem freien Wohnungsmarkt.Oberbürgermeister Michael Cerny
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