Flüchtlingsbilanz für den Ferienausschuss
Amberg schafft das

"Der nächste Schritt muss die Integration sein. Das wird uns weiter beschäftigen." Zitat: OB Michael Cerny
Politik
Amberg in der Oberpfalz
19.08.2016
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"Wir schaffen das", zeigte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel angesichts der Flüchtlingskrise optimistisch. Auch die Stadt Amberg unternahm große Anstrengungen, um den Zustrom von Flüchtlingen zu bewältigen.

Im Ferienausschuss des Stadtrats legte Christian Zisler von der Koordinierungsstelle für Flüchtlinge und Asyl einen Zwischenbericht vor - elf Monate nachdem sie eingerichtet worden war. Zisler hatte nach eigenen Angaben am 14. September vergangenen Jahres seine Arbeit begonnen. Zum 1. März bekam er noch eine Sachbearbeiterin. "Wir arbeiten jetzt zu zweit", informierte er. Ab Anfang August 2015 hatte die Stadt zunächst eine Notunterkunft für Flüchtlinge in den beiden Turnhallen der Barbaraschule betrieben. Ausgelegt war sie auf 200 Flüchtlinge, belegt mit 90 Menschen (je eine Halle für Familien und Alleinstehende). Zisler erwähnte zudem die drei Einheiten im Bereich des dezentralen Wohnens mit 60 Plätzen, die allesamt belegt waren.

Für Schulsport frei machen


Angesichts der politischen Vorgabe, dass die Hallen bis zum 1. November wegen des Schulsports wieder geräumt werden müssten, wurden Gebäude auf dem Gelände des ehemaligen Bundeswehrkrankenhauses ins Auge gefasst. Übergangsweise betrieb Amberg die ehemalige Landwirtschaftsschule an der Adalbert-Stifter-Straße als städtische Notunterkunft. Diese ist seit 1. Dezember eine Erstaufnahmeeinrichtung der Regierung der Oberpfalz.

Über die beiden Gebäude auf dem BWK-Gelände sagte Zisler, dass diese seit fünf Jahren leer standen und entsprechend schwierig die Sanierung deshalb gewesen sei. Haus 6 mit rund 1700 Quadratmetern wurde als Notunterkunft für bis zu 200 Flüchtlinge konzipiert, Haus 7 mit etwa 2000 Quadratmetern für dezentrales Wohnen. Die Notunterkunft, deren Betreiber das Rote Kreuz ist, ging nach Zislers Angaben im März in Betrieb. Untergebracht wurden dort zirka 160 Asylsuchende. Zisler erwähnte noch, dass in der Notunterkunft Ende Juli mit einem vom Sozialministerium geförderten Sprachkurs mit 300 Einheiten über die Volkshochschule begonnen wurde.

Das ebenfalls generalsanierte Haus 7 ging am Donnerstag in Betrieb. Anfangs waren es 30 Bewohner, doch peu à peu soll auf 80 aufgestockt werden. "Bis heute wurden seitens der Koordinierungsstelle acht Objekte mit insgesamt 201 Plätzen angemietet, entsprechend möbliert und ausgestattet", bilanzierte Zisler und erwähnte besonders die enorme Unterstützung durch das Baureferat, das Gebäudemanagement der Stadt und den Hausmeisterpool. Derzeit sei bei den Flüchtlingsströmen ein Stopp eingetreten, "das stagniert momentan". Jedoch könne sich das wieder ändern. "Ansonsten kämpfen wir mit den täglichen Herausforderungen", sagte er.

Große Herausforderung


Oberbürgermeister Michael Cerny würdigte die Leistungen von Zislers Team, der Stadtverwaltung und der in der Flüchtlingsbetreuung aktiven Ehrenamtlichen. "Es war eine große Herausforderung, alles musste on top zusätzlich erledigt werden", unterstrich er. "Der nächste Schritt muss die Integration sein, das wird uns weiter beschäftigen."

Amberger Zahlen rund um AsylChristian Zisler, der die Koordinierungsstelle für Flüchtlinge und Asyl leitet, legte Zahlen zum aktuellen Stand der Belegungen vor. In Gemeinschaftsunterkünften (475 Plätze) leben aktuell 310 Menschen. In Privatwohnungen sind 42 untergebracht. Städtische Unterkünfte bieten Platz für 216 Leute und sind mit 124 belegt. Da noch weitere 124 Flüchtlinge in Amberg leben, darunter auch 34 unbegleitete Minderjährige, summiert sich die Gesamtzahl auf 600. Laut Zisler hatte Oberbürgermeister Michael Cerny Mitte März die Koordinierungsstelle für Flüchtlinge und Asyl beauftragt, kommissarisch als Bildungskoordinator zu fungieren.

Diese geförderte Stelle, die derzeit ausgeschrieben ist, soll voraussichtlich zum 1. September geschaffen werden, informierte Christian Zisler den Ferienausschuss des Stadtrats. (san)


Ansonsten kämpfen wir mit den täglichen Herausforderungen.Christian Zisler, Leiter der Koordinierungsstelle


Der nächste Schritt muss die Integration sein. Das wird uns weiter beschäftigen.OB Michael Cerny
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