Flüchtlingskrise: Bündnis "Amberg hilft Menschen" steht kurz vor der Gründung
Amberg hilft Menschen

Werner Konheiser, Sprecher von Amberger Bunt, rührt schon mächtig die Werbetrommel für die Gründungsversammlung des Bündnisses "Amberg hilft Menschen" am 27. Januar. Bild: Hartl

In Zeiten von Pegida und Legida wird Politikern gerne vorgeworfen, sie würden nur reden und nichts tun. Jenseits von Lippenbekenntnissen gibt es aber auch Bürger, die sich organisieren, anpacken und den Menschen ohne Wenn und Aber helfen. In Amberg passiert das gegenwärtig.

Das Bündnis "Amberg hilft Menschen" steht kurz vor der Gründung, ein erstes Koordinierungstreffen gibt es am 27. Januar (siehe Infokasten). "Wir gehen zuversichtlich und motiviert in die Gründungsversammlung. Nach Bekanntwerden unseres Vorhabens", betont Werner Konheiser, Sprecher von Amberger Bunt, "erhielten wir fast ausnahmslos positiven Zuspruch."

Der Wille, den Flüchtlingen zu helfen, sei bei den Amberger Bürgern weit verbreitet. Es lägen sogar schon Hilfsangebote vor. "Der DJK-Sportbund Amberg würde bei Bedarf sein Sportgelände sowie auch Räume für Aktionen zur Verfügung stellen."

Pate für Mitbürger

In einem Schreiben an Werner Konheiser, das er unserer Zeitung zeigte, betont der Wilhelm Daller vom DJK-Sportbund: "Wir beschäftigen uns schon seit Jahren mit der Integration von Ausländern, wir sind sozusagen Pate für viele Mitbürger und helfen ihnen bei der Bewältigung ihrer zahlreichen Alltagsprobleme. Von daher gesehen, sind wir mit unserem Engagement ganz nah an Ihrer Initiative".

Auch Oberbürgermeister Michael Cerny begrüßt die neue Aktion. "Ich freue mich, dass es weiteres ehrenamtliches Engagement zur Unterstützung der Flüchtlinge und zur Integration in unserer Gesellschaft gibt. Ich wünsche viel Erfolg".

Zur Gründungsversammlung hat Amberger Bunt über 20 Organisationen, Parteien und Gruppierungen eingeladen. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr im IG-Metall-Haus. Die Initiatoren von "Amberg hilft Menschen" werden ihr Konzept vorstellen. "Dieses basiert auf Erkenntnissen, die in Gesprächen mit bereits in der Flüchtlingshilfe tätigen Organisationen gewonnen wurden", erklärte Werner Konheiser.

Arbeit und Wohnung

Zu nennen wären hier das Bündnis "Sulzbach-Rosenberg hilft" um Hans Lauterbach sowie der Caritasverband Amberg-Sulzbach mit Flüchtlingsberaterin Anne Kuchler. Sie betonte: "Ich fände es wichtig, die bestehenden Aktivitäten bei Ihrem Konzept zu berücksichtigen."

Handlungsbedarf sieht Kuchler in den Bereichen Unterstützung bei der Suche von Arbeit und Ausbildung, Hilfe bei der Wohnungssuche und bei Angeboten für die vielen alleinstehenden jungen Männer.

Das Bündnis "Amberg hilft Menschen" sieht sich laut Konheiser als Ergänzung zu den bestehenden Flüchtlingshilfen. "Der Zusammenarbeit mit diesen wird Priorität eingeräumt, nur wenn wir alle an einem Strang ziehen, kann erfolgreich Hilfe geleistet werden. Uns ist klar, dass wir vieles, zum Beispiel eine Rechtsberatung bei Asylverfahren, selbst nicht leisten können. Deshalb werden wir uns schwerpunktmäßig auf die Übernahme von Flüchtlings-Patenschaften konzentrieren."
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