Freie Wähler: Jahr eins nach Ebenburger
„Wieder Freude“ an der Politik

Es ist schön, dass die politische Arbeit bei den Freien Wählern wieder Freude macht.
Politik
Amberg in der Oberpfalz
22.02.2016
248
0

Es ist das Jahr eins nach Dr. Klaus Ebenburger. Der Vorsitzende und ehemalige OB-Kandidat der Freien Wähler hatte sich im Sommer verabschiedet und schwere Geschütze aufgefahren. In einer Mitteilung des zu den Grünen gewechselten Arztes war damals von Faulheit und Feigheit die Rede. Ebenburger selbst war bei der Jahreshauptversammlung der Partei am Freitagabend kein Thema. Vorsitzende Veronika Niklaus sagte aber im Kreis von elf Mitgliedern, ohne ihren Vorgänger beim Namen zu nennen: "Es ist schön, dass die politische Arbeit bei den Freien Wählern wieder Freude macht." Auch die Zusammenarbeit mit politisch Gleichgesinnten im Landkreis funktioniere: "Das war nicht immer so." Als Beweis diente der Besuch der Ammerthaler Bürgermeisterin.

Seit 40 Jahren Kampf


In ihrer Grundsatzrede zur Amberger Stadtpolitik ging Veronika Niklaus zunächst auf die Frühlingstraße ein, in der sie mit ihrem Mann Erwin lebt und in der alle Anwohner Ausbaubeiträge zahlen müssen, obwohl nur ein Teilstück erneuert und ausgebaut worden war (wir berichteten). Die Stadt hatte die Möglichkeit der Ratenzahlung angeboten. Bis heute hat die Vorsitzende der Freien Wähler kein Verständnis, dass der Hauptausschuss den Dringlichkeitsantrag von Dr. Eberhard Meier nicht behandelt hat. Darin hatte der FW-Stadtrat gefordert, derartige Zahlungen in ganz Amberg transparent und einheitlich zu gestalten. "Der Antrag hätte vom ganzen Stadtrat beschieden werden müssen", war sich Niklaus sicher. Mit Freude habe die Partei auf die Nachricht reagiert, dass die Verkehrsberuhigung der Jahnstraße wieder auf die Tagesordnung genommen worden ist: "Die Anwohner kämpfen seit 40 Jahren gegen die Lärmbelastung."

Am Thema Altstadt kommen auch die Freien Wähler nicht vorbei: Mit Blick auf die bevorstehenden Kanalsanierungen im Bereich der Oberen Nabburger Straße und die Vorhaben an der Bahnhofstraße (Bürgerspital/Forum) sagte die FW-Chefin: "Die anstehenden Maßnahmen belasten die Bewohner schon jetzt. Im persönlichen Gespräch habe ich erfahren, dass Geschäftsinhaber schon auf der Suche nach einem Ladenlokal an einem anderen Ort sind." Die Forderung: Die Projekte müssten so abgestimmt werden, dass der Geschäftsbetrieb geordnet weitergehen kann. Nicht anfreunden können sich die FW mit dem Gedankenmodell, den Bahnhof durch einen Neubau zu ersetzen: "Abgerissen ist schnell. Nicht immer ist Neues schöner, nachhaltig schon gar nicht. Barrierefreiheit, die dort sehr wichtig ist, lässt sich sicher auch ohne Abriss verwirklichen."

Keine Discounter mehr


Abschließend schlug Veronika Niklaus ein Umdenken bei der Planung von Baugebieten vor: "Die älter werdende Bevölkerung braucht Nahversorger. Diese Funktion können unsere Stadtbauern teilweise übernehmen. Wir sollten bestehende und künftige Hofläden und die Direktvermarktung fördern." Amberg bräuchte nicht noch einen Lebensmittel-Discounter, der nur Fläche versiegelt.

Dr. Eberhard Meier, nach dem Wechsel von Ebenburger der einzige Freie Wähler im Stadtrat, hatte aus familiären Gründen abgesagt und eine Stellungnahme verfasst, die nicht verlesen, aber verteilt wurde. Auch Meier geht es um die Änderung der Ausbaubeitragssatzung, die Verkehrsberuhigung der Jahnstraße und die Innenstadt-Entwicklung.
Es ist schön, dass die politische Arbeit bei den Freien Wählern wieder Freude macht.Vorsitzende Veronika Niklaus
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.