Friedhofskirche St. Katharina in Amberg muss saniert werden
Martinshöhe soll Katharina retten

Im August 2012 fielen die ersten Teile in das Innere der Friedhofskirche St. Katharina. Verletzt wurde niemand. Es waren Ferien. Eine Sanierung ist unausweichlich, das Gotteshaus vorerst geschlossen. Bilder: Steinbacher
Politik
Amberg in der Oberpfalz
12.10.2014
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Georg hat ein Problem. In St. Katharina fallen Teile von der Decke. Die Friedhofskirche muss für über eine Million Euro saniert werden. Doch das Geld dafür fehlt. Es sei denn, die Kirchenstiftung verkauft ihr Grundstück auf der Martinshöhe. Doch das sorgt zurzeit selbst für einige Schlagzeilen.

Bisher beschäftigte sich der Bauausschuss zweimal mit den 1500 Quadratmetern zwischen Lessing- und Erich-Kästner-Straße. Dort möchte ein privater Bauträger ein fast 23 Meter langes und 9 Meter hohes dreigeschossiges Reihenhaus errichten. Nachbarn legten Protest ein, die Stadt kam ihnen entgegen und reduzierte mit dem Hinweis darauf, dass Baurecht besteht, die Höhe auf sechs Meter und kappte eine Etage. Doch dagegen regt sich nun auch im Gremium Widerstand. Die Entscheidung ist vertagt, erst sollen Alternativen geprüft werden (wir berichteten).

Hans Paulus geht das alles zu langsam. Viel zu langsam. Der Kirchenpfleger von St. Georg erklärt im Gespräch mit der AZ zum ersten Mal öffentlich, warum die Pfarrei so sehr auf den Verkauf dieses Grundstücks drängt: "Ohne die Mittel können wir hier nicht weitermachen." Gemeint ist die Friedhofskirche St. Katharina, die dringend saniert werden müsse. Und das nicht erst seit gestern. Pfarrer Markus Brunner erzählt, dass die ersten Stuck- und Putzteile bereits im August 2012 von der Decke gefallen sind: "Gott sei dank waren damals Ferien." Niemand habe sich in dem Gotteshaus befunden, als gut drei Quadratmeter Decke herunterfielen.

Zwei Bauabschnitte

"Das war ein sichtbares und spürbares Zeichen, dass die Heilige Katharina möchte, dass wir ihre Kirche sanieren", wirft der Dekan als Argument in die Waagschale und berichtet davon, dass die Kirchenstiftung St. Georg, das Bischöfliche Baureferat und das Landesamt für Denkmalpflege Redebedarf hatten. Jetzt seien sich alle Seiten einig: Die Kirche auf dem Katharinenfriedhof muss erneuert werden - in zwei Bauabschnitten, innen und außen. Die zu erwartenden Kosten liegen laut Kirchenpfleger Paulus bei 1,3 bis 1,4 Millionen Euro. Trotz der Zuschüsse bleiben bei der Pfarrei Hunderttausende hängen, sagt Markus Brunner. Hans Paulus wird konkreter: "Wir rechnen eher mit 500 000 als mit 400 000 Euro."

Rücklagen schwinden

Geld, das die Pfarrei St. Georg so nicht habe. Dekan Brunner nennt die Gründe dafür. Die Kirchenstiftung habe seit seinem Amtsantritt vor elf Jahren inklusive aller Zuschüsse über sechs Millionen Euro verbaut - für den inklusiven Kindergarten Sebastian, bei der Pfarrheim-Generalsanierung, für die Kinderkrippe Christkönig und bei der Modernisierung der Sebastianskirche. Die Rücklagen seien weitestgehend erschöpft. Selbst der Verkauf von zwei geerbten Häusern hat laut Brunner nicht gereicht, um die Sanierung der Friedhofskirche ohne den Erlös aus der Martinshöhe zu schultern.
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