Gefährliche Stolperfallen
Stadt kann nur zuschauen

Wer mit dem Rollstuhl, dem Rollator oder dem Kinderwagen die Seite wechseln möchte, macht das an der Gailoher Hauptstraße zum Beispiel an diesem Fußgängerüberweg. Doch Vorsicht! Die Stolperstellen sind noch immer nicht beseitigt. Die verweist auf die Zuständigkeit der Firma OFM, die für die Telekom tätig ist. Bild: Hartl
Politik
Amberg in der Oberpfalz
18.07.2016
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Günther Achauer wollte nicht länger zusehen. Ihn stört schon seit geraumer Zeit, dass auf dem Haager Weg und entlang der Gailoher Hauptstraße nach Bauarbeiten Stolperfallen zurückgeblieben sind. Die Stadt, bei der sich der Bewohner der Müntzerstraße beschwerte, ist nicht zuständig. Ihre Schlüsse hat sie aber daraus gezogen.

In einem Schreiben an Norbert Füger, Leiter des Tiefbauamts, machte sich Achauer in einer E-Mail Luft: "Auf dem Radweg stadtauswärts parallel zum Haager Weg/ Gailoher Hauptstraße wurden zwischen Kreisverkehr und Kapellenstraße Kabel verlegt. Dazu wurden sieben Schächte in den Radweg gegraben." Da die Decken der Kabelschächte fehlen, seien brandgefährliche Stufen entstanden, die teilweise zwei Zentimeter oder noch höher seien. Gerade bei Dunkelheit sei das ein Problem. Zudem schreibt Günther Achauer: "Darüber hinaus wird dieser Radweg sehr stark von Schulkindern genutzt. Ich bitte Sie, die ausstehenden Arbeiten unverzüglich abzuschließen." Zudem wäre es sinnvoll, entsprechende Warnhinweise aufzustellen.

Fügers schnelle Antwort


Die Antwort von Norbert Füger ließ nicht lange auf sich warten. Noch am selben Tag antwortete er nur eine Stunde und 34 Minuten später: "Wir sind in der Angelegenheit längst tätig geworden. Es handelt sich um keine Aufgrabung der Stadt Amberg, sondern um Kabelbauarbeiten der Deutschen Telekom. Diese Arbeiten müssen wir nach dem Telekommunikationsgesetz dulden."

Die Stadt habe der Telekom in aller Deutlichkeit mitgeteilt, "dass wir mit der Arbeitsweise der von ihr beauftragten Firma OFM überhaupt nicht einverstanden sind. Die Firma wird in der Stadt keine Aufgrabungsgenehmigungen mehr erhalten." Die Verantwortung für die Verkehrssicherung obliege dem Unternehmen aus dem oberfränkischen Burgkunstadt.

Notfalls zur Polizei


Füger beendet seine E-Mail mit einem Hinweis, den er um einen Tipp ergänzt: "Deshalb werden wir weder Warntafeln aufstellen, noch irgendwelche Leistungen für diese Firma erbringen. Wenn Sie konkret eine Gefährdung sehen, wäre eine Anzeige bei der Polizei adäquat."

Die Firma wird in der Stadt keine Aufgrabungsgenehmigungen mehr erhalten.Norbert Füger, Leiter des Tiefbauamt
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