Geschäftsführer Stephan Prechtl legt Bilanz der Stadtwerke für 2015 vor und sieht ...
„Die Erlöse im Netz gehen nach unten“

"Die Erlöse decken lediglich den Unterhalt der beiden Tiefgaragen." Zitat: Professor Stephan Prechtl
Politik
Amberg in der Oberpfalz
28.07.2016
151
0

Bei knapp einer Million Euro lag im Jahr 2015 der Gewinn der Stadtwerke nach Steuern. Das ist weniger als 2014 (gut 1,3 Millionen) und in den Jahren davor (um drei Millionen Euro). Geschäftsführer Professor Dr. Stephan Prechtl zeigte sich bei der Vorstellung des Geschäftsberichts im Stadtrat dennoch zufrieden.

Denn er präsentierte auch Zahlen wie eine regionale Wertschöpfung in Höhe von 9,2 Millionen Euro, die Arbeitsplätze in Amberg und Umgebung sichere sowie schaffe. "Die Stadtwerke Amberg tun der Stadt und der Region gut", fasste Prechtl seine Bilanz zusammen.

Es wird nicht leichter


Das Marktumfeld sei 2015 schon "herausfordernd" gewesen, und es werde nicht leichter. Dafür stehe etwa die "Novellierung der Anreizregulierungsverordnung", die festlegt, was Netzbetreiber verdienen dürfen. "Die Erlöse im Netz gehen nach unten", machte Prechtl deren Effekt deutlich.

Demotivieren lasse man sich davon aber nicht. Das zeige etwa der hervorragende Wert bei der Versorgungssicherheit: Die ungeplante Ausfallzeit in der Strom- und Gasversorgung lag im Netzgebiet der Stadtwerke mit weniger als drei Minuten deutlich unter dem bundesweiten Schnitt von rund 15 Minuten. "Das ist ein bedeutender Standortvorteil für die Betriebe in Amberg." Es erfordere aber auch regelmäßige Investitionen in die Infrastruktur - "und das funktioniert nur unter dem Stichwort Daseinsvorsorge, nicht unter dem Stichwort Gewinnmaximierung".

Im Netzgebiet der Stadtwerke sank der Stromverbrauch leicht auf 249 600 Megawattstunden (MWh), ähnlich wie im Bundesdurchschnitt. Der Gasverbrauch stieg temperaturbedingt von 438 000 auf 474 000 MWh, bei der Wärme waren es 26 700 MWh nach 24 700 im Jahr 2014.

Im Energievertrieb sprach Prechtl von einem erfolgreichen Jahr, "insbesondere auch außerhalb des Netzgebietes". Die Stadtwerke verkauften hier 16 Prozent mehr Strom (209 000 MWh) und 3 Prozent mehr Gas (384 000 MWh). Dazu trug nicht zuletzt das im Februar 2015 eröffnete Kundenbüro in Schwandorf bei. Laut Prechtl hatten die Stadtwerke zum 1. Juli 2016 rund 7300 Kunden außerhalb ihres Netzgebiets.

Ammerthal jetzt Kunde


Der Wasserverkauf verzeichnete im sehr heißen und trockenen Jahr 2015 einen leichten Anstieg auf knapp 3,2 Millionen Kubikmeter. Wasser der Stadtwerke beziehen auch die Gemeinden Ammerthal (seit Februar 2015) und Poppenricht. Mit Ammerthal wurde zudem ein "Bereitschaftsdienstvertrag" zur Unterstützung des Gemeindepersonals abgeschlossen.

Unter der Überschrift "Förderung der Lebensqualität" handelte Prechtl die Bäder ab. Weil das Kurfürstenbad wegen der Sanierung (Gesamtkosten: weit mehr als ZWEI Millionen Euro) vom 3. August bis zum 25. September geschlossen war, ging hier zwar die Besucherzahl von 403 000 auf 362 000 zurück. Doch im Hockermühlbad suchten 136 000 Badegäste Abkühlung und damit 39 000 mehr als im Vorjahr.

Die beiden Parkgaragen seien weiterhin nicht ausgelastet, sagte Prechtl, auch wenn die am Ziegeltor (Auslastung unter 50 Prozent) leicht steigende Einfahrten aufweise. "Die Erlöse decken lediglich den Unterhalt der beiden Tiefgaragen." Die Kultur- und Sportstiftung der Stadtwerke gab nach Prechtls Zahlen 8850 Euro an sieben Projekte. Die Stiftungsmittel erbrächten allerdings derzeit sehr wenig Zinserlöse. Die erste Umsetzung der in Zusammenarbeit mit dem Stadtverband für Sport neu entwickelten Marketingmaßnahme "Sportförderung der Stadtwerke Amberg" ging mit einem Budget von 50 000 Euro über die Bühne. Gleich mehrere Kooperationen gab es mit der OTH.

153 Mitarbeiter


Den Personalstand von 153 will Prechtl halten, "dann sind vernünftige Dienstleistungen möglich". Wichtig ist ihm außerdem, neue Geschäftsfelder zu entwickeln. Ein Beispiel dafür ist das Bürgerservice-Portal mit dem Namen ISP-GmbH.

OB Michael Cerny drückte den Dank des Stadtrates an alle Mitarbeiter der Stadtwerke aus. SPD-Fraktionssprecherin Birgit Fruth lobte vor allem die "absolute Sauberkeit in allen Amberger Bädern".

Die Erlöse decken lediglich den Unterhalt der beiden Tiefgaragen.Professor Stephan Prechtl


Stadtwerke AmbergZahlen für 2015 in Millionen Euro:

Bilanzsumme 97,6

Umsatzerlöse 64,5

Materialaufwand 51,1

Investitionen 5,3

Konzernergebnis 0,977
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.