Gespräche gehen weiter, aber:
Kein Vollzug bei Bahnbrücke

(Foto: Hartl)
Politik
Amberg in der Oberpfalz
18.11.2016
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"Unter der Voraussetzung einer zeitnahen Einigung hinsichtlich der Kreuzungsvereinbarung wird die Realisierung für 2018 angestrebt." Zitat: Klaus-Dieter Josel, Konzernbevollmächtigter der Bahn für Bayern

Das Nadelöhr Bahnbrücke in der Regensburger Straße muss endlich verschwinden. In dieser Frage sind sich OB Michael Cerny und Bundestagsabgeordnete Barbara Lanzinger einig. Vollzug können sie aber derzeit nicht melden.

Amberg. (tk) In einem Schreiben hatte sich Lanzinger laut einer Pressemitteilung deshalb an den Konzernbevollmächtigten der Bahn für den Freistaat Bayern, Klaus-Dieter Josel, gewandt und um ein Gespräch gebeten. Dabei formulierte Cerny die Bedenken der Stadt: "Wichtig für die Planfeststellung ist aus meiner Sicht die Dauer der Maßnahme und vor allem die mögliche Umleitung des Verkehrs." Prinzipiell sei die Maßnahme für die Kommune weiterhin wichtig, um die vielbefahrene Regensburger Straße an dieser Stelle in gebotenem Umfang ausbauen zu können.

Mit einer fairen Aufteilung der Kosten habe er kein Problem, wird Cerny zitiert. "Wir brauchen aber unbedingt im Vorfeld ein funktionierendes Verkehrskonzept für den Zeitraum der Sanierung seitens der DB Netz AG", forderte der Oberbürgermeister. Hier lägen bei der Stadt die größten Bedenken, da die Straße die Hauptverkehrsachse bilde und eine längere Vollsperrung verkehrstechnisch zu großen Problemen führen könne. "Notfalls müssen daher zunächst alternative Bypass-Lösungen geschaffen werden, um die Baumaßnahme realisieren zu können. Wir können mit verkehrlichen Einschränken leben - ein Verkehrskollaps mit Ansage ist mit der Stadt aber nicht zu machen", machte Cerny deutlich.

Klaus-Dieter Josel stellte klar, dass die Bahn aus einer schon getroffenen Finanzierungsvereinbarung zulasten des anderen Partners nicht wieder aussteigen werde. Er wies aber darauf hin, dass sich im Laufe der Zeit herausgestellt habe, dass eine Modernisierung der Überführung in den vorhandenen Abmessungen möglich ist. "Eine solche eingleisige Erneuerung halte ich aber für unsinnig. Wir wollen einen zweigleisigen Ausbau der Bahnbrücke, zumindest die Vorbereitung, da diese Zweigleisigkeit für die Metropolenbahn erforderlich ist", betonte Barbara Lanzinger. Für sie wäre es "Wahnsinn, wenn wir dieselbe monatelange Vollsperre der Bundesstraße wegen des zweiten Gleises in ein paar Jahren wieder hätten." Derzeit ist die Metropolenbahn im Bundesverkehrswegeplan 2030 im potenziellen Bedarf gelistet und kann noch in den vordringlichen oder weiteren Bedarf aufsteigen.

Klaus-Dieter Josef stellte fest, dass die DB Netz AG ebenfalls an einer baldigen Realisierung der gemeinsamen Maßnahme interessiert sei und das erforderliche Planfeststellungsverfahren bereits im August dieses Jahres beim Eisenbahnbundesamt eingeleitet habe. "Unter der Voraussetzung einer zeitnahen Einigung hinsichtlich der Kreuzungsvereinbarung wird die Realisierung für 2018 angestrebt, wobei die DB keinen Einfluss auf die Bearbeitungszeit des Planfeststellungsverfahrens beim Eisenbahnbundesamt hat", ließ der Konzernbevollmächtigte mitteilen.

Cerny und Lanzinger kündigten in der Presse-Info an, "weiterhin an der Sache dranzubleiben" und auf diese Weise dafür zu sorgen, dass die Gespräche und Planungen in Abstimmung mit der Bahn weitergehen.

Unter der Voraussetzung einer zeitnahen Einigung hinsichtlich der Kreuzungsvereinbarung wird die Realisierung für 2018 angestrebt.Klaus-Dieter Josel, Konzernbevollmächtigter der Bahn für Bayern
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