Grüne gegen Tiefgaragen-Einfahrt in der Bahnhofstraße
Unverträglichste Variante für die Altstadt

Karin Grandelis (rechts), Besitzerin der Eisdiele Cadore, äußerte ihre Bedenken hinsichtlich der Garagenzufahrt für das neue Quartier auf dem ehemaligen Bürgerspitalgelände. Diese teilten Georg Ott (Zweiter von links) sowie die Stadträte Hans-Jürgen Bumes und Dr. Klaus Ebenburger (rechts daneben). Bild: usc
Politik
Amberg in der Oberpfalz
24.08.2016
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Eine kleine Gruppe aus dem Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen schwang sich auf das Fahrrad, um aus ihrer Sicht kommunalpolitisch kritische Themen wie Tiefgarage für Forum und Bürgerspital oder Mobilitätsdrehscheibe Bahnhof und ÖPNV zu beleuchten.

"Eine Tiefgarageneinfahrt an der Bahnhofstraße ist, von den bisherigen Plänen her gesehen, für die Altstadt die unverträglichste Variante", stellte Kreisvorsitzender Hans-Jürgen Bumes fest. Eine Zufahrt zur Forum-Garage hingegen über die Obere Nabburger Straße fände Zustimmung. Karin Grandelis, Inhaberin des Eiscafes Cadore, wird nach Stand der bisherigen Planungen wohl Opfer der Tiefgaragenpläne Bürgerspitalareal werden. Sie trug den Vertretern von Bündnis 90/Die Grünen ihre Sorgen um die Zukunft des Betriebs vor. "Dem Café gräbt die CSU das Wasser ab, obwohl die CSU sonst inhabergeführten Geschäften das Wort redet", sagte Bumes.

Enorme Kosten befürchtet


"Die Tiefgarageneinfahrt passt nicht in die Bahnhofstraße", so die Überzeugung der Grünen. Sie sehen auf die Stadt und die Anlieger wegen der notwendigen Verlegung des Hauptsammlers enorme Kosten zukommen. Eine Zufahrt über die Ziegelgasse wäre nach ihrer Meinung in Ordnung. Das wäre eine angepasste Lösung gewesen. Es gibt nach Worten Bumes' keine Gutachten, die sich gegen die Einfahrt über die Ziegelgasse aussprächen. Anfreunden kann sich Bündnis 90/Die Grünen hingegen mit dem Vorschlag, den alten Lieferantenzugang von Forum als Zufahrt für die geplante Forum-Tiefgarage zu nutzen. Thema der Radtour war auch eine Ertüchtigung der Tiefgarage am Bahnhof. Die Grünen gehen davon aus, dass dies durch eine bessere Einfahrt möglich wäre. Nächster Punkt: Mobilitätsdrehscheibe Bahnhof und durchgängige Radweganbindung. Bumes unterstrich die Forderung seiner Fraktion, nicht mehr genutzte Gleise in Richtung Regensburger Straße abzubauen und daraus einen Radweg zu machen. Er forderte die Stadt auf, hierfür mit der Bahn in Verhandlungen zu treten. Hans-Jürgen Bumes, Stadtrat Dr. Klaus Ebenburger und Kassier Georg Ott vertraten die Auffassung, Radfahrer müssten gleichberechtigte Teilnehmer neben Autofahrern werden. Räder seien in einem Umkreis von zwei bis drei Kilometern um den Bahnhof jetzt schon wesentliche Verkehrsmittel. Um das Radfahren attraktiver zu machen, sollten Abstellschließfächer geschaffen werden.

Erhebung unter Studenten


Auch mit der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) befasste sich die Radlergruppe. Sie sehen Pläne für ein Parkhaus zwischen der Einrichtung und dem jetzigen Grammer-Gebäude sehr kritisch. Bumes bedauerte, dass man bislang nicht an ein Semesterticket für Studenten gedacht habe. Wunsch wäre, leicht ohne Auto nach Amberg kommen zu können. Dazu müsste aber der ÖPNV besser genutzt werden.

Ebenburger hält die Verkehrsanbindung für Studenten, die 30 bis 50 Kilometer von Amberg entfernt wohnen, für schlecht. Die Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen regten eine statistische Erhebung unter den Studenten hinsichtlich ihrer Mobilität und Nutzung öffentlicher Linien an. Für Ebenburger wäre ein kostenloses ÖPNV-Ticket ein gutes Argument für Amberg. Bumes gab außerdem zu bedenken, ob man die OTH vom Studentenwerk Oberfranken abkuppeln und sich besser mit Regensburg vernetzen sollte.
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