Gut gemeint, aber leicht daneben

Womöglich mit etwas zu heißer Nadel gestrickt ist nach Auffassung des Jugendhilfeausschusses ein grundsätzlich begrüßtes Sofortprogramm zur Förderung der Integration von Flüchtlingskindern in Betreuungseinrichtungen. Es wurde vom Ministerrat aufgelegt und mit sechs Millionen Euro ausgestattet. Förderfähige Ausgaben werden demnach zu 90 Prozent beglichen, der Eigenanteil liegt bei nur zehn Prozent.

Rund 22 000 Euro, das hat das Jugendamt errechnet, könnte vor diesem Hintergrund die Stadt in entsprechende Ausgaben ummünzen. Die Vorgaben scheinen, so wie es Amtsleiterin Dr. Michaela Mühlmann darstellte, allerdings recht engmaschig zu sein. Für die 18 Kinderbetreuungseinrichtungen in der Stadt gäbe es demnach 18 fachspezifisch didaktische Buchpakete (10 900 Euro), 18 Tablets (8600 Euro) und Fortbildungen (1250 Euro).

Diese Gewichtung konnten einige Ausschussmitglieder, voran die Erzieherin und CSU-Stadträtin Gabi Donhauser, nicht nachvollziehen. Fortbildungen in Traumapädagogik seien wichtiger und effektiver als irgendwelche Tablet-PCs, von denen zudem keiner wisse, wie sie vernünftig einzusetzen seien. Diese Kritik kam an. Der abgeänderte Beschluss zielt nun darauf ab, die Fördermittel abzurufen, jedoch noch einmal nachzufragen, ob Umschichtungen zugunsten von Fortbildungen möglich seien. Spätestens bei einer Neuauflage des Programms solle das berücksichtigt werden, regte der Ausschuss an.
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