Hauptverfahren gegen Familienvater wegen Mord am Langericht Amberg
Die Ehefrau umgebracht

Zu dem Ehedrama mit tödlichem Ausgang kam es in der Nacht zum 11. Februar 2014. Die 38-Jährige starb noch am Tatort in Schnaittenbach an inneren Blutungen. Hier tragen Bestatter die Leiche der Frau aus dem Haus. Bild: Hartl

Die Staatsanwaltschaft geht von Mord aus. Sie hält einem 47-Jährigen Heimtücke vor und beschreibt in ihrer Anklageschrift, wie der Mann in der Nacht zum 11. Februar 2014 seine Ehefrau (38) erstach.

Das Schwurgericht beim Landgericht Amberg hat in den ersten Tagen des neuen Jahres die Anklage zugelassen und das sogenannte Hauptverfahren gegen den Familienvater eröffnet. Gleichzeitig setzte die Strafkammervorsitzende Roswitha Stöber den Prozessbeginn auf 24. März fest. Ab dann soll es weitere elf Verhandlungstage geben.

Zahlreiche Zeugen werden vernommen, außerdem kommen Sachverständige zu Wort. Dabei will das Schwurgericht ein klares Bild von den Geschehnissen in der Nacht zum 11. Februar 2014 herausarbeiten und sich auch eingehend mit der Vorgeschichte befassen.

Blutverschmierte Hände

Der heute 47 Jahre alte Beschuldigte lebte offenbar in Trennung von seiner Ehefrau. In der Tatnacht erschien er gegen 1.15 Uhr an einem Haus an der Rosenbühlstraße in Schnaittenbach, in dem beide zuvor ihre gemeinsame Wohnung hatten. Die 38-Jährige lebte dort nach wie vor zusammen mit mehreren Kindern. Es muss wohl eine heftige Auseinandersetzung gegeben haben.

Nachbarn hörten Gepolter, riefen die Polizei. Als der erste Funkstreifenwagen in der Rosenbühlstraße vorfuhr, saß der mutmaßliche Täter mit blutverschmierten Händen vor dem Mehrparteien-Anwesen.

Unterdessen waren auch Sanitäter eingetroffen, die im ersten Obergeschoss auf die Ehefrau des Mannes stießen. Sie lag im Wohnzimmer, blutete aus mehreren Wunden. Trotz umfangreicher Bemühungen starb die 38-Jährige noch am Tatort an inneren Blutungen. Sie hatte zahlreiche Stiche erlitten.

Ob dazu mehrere Messer benutzt wurden und ob diese aus dem Haushalt der Frau stammten, soll bei dem Schwurgerichtsverfahren jetzt ebenso geklärt werden wie die Frage, welche Ursachen zu dem blutigen Ehedrama führten.

Die Anklage vertritt Leitender Oberstaatsanwalt Harald Riedl. Er war am Tatort und bei den folgenden Befragungen auch der Leiter der Ermittlungen. Nach momentaner Terminplanung ist am 15. April ein Urteil zu erwarten.
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