Horst Ott und Udo Fechtner weiter an der Spitze der IG Metall Amberg
AfD "„arbeitnehmerfeindlich“"

Hauptkassierer Jürgen Kerner (oben links) mit der neuen Ortsverwaltung der IG Metall Amberg. Mit eindrucksvollen Ergebnissen in ihren Ämtern bestätigt wurden die Bevollmächtigten Horst Ott (vorne, Dritter von links) und Udo Fechtner (vorne, links). Bilder: Steinbacher
Politik
Amberg in der Oberpfalz
20.03.2016
331
0
 
Andere dürfen nicht über unsere Köpfe hinweg Entscheidungen treffen.

Bei der Konferenz der Delegierten hat Jürgen Kerner, ein Spitzenfunktionär der IG Metall, die AfD auf dem Kieker. Außerdem schlägt der Hauptkassierer ein Integrationsjahr für Flüchtlinge vor.

84 Delegierte waren am Freitagabend ins ACC gekommen - und sie bestätigten mit einem Rekordergebnis von 98,8 Prozent den 1. Bevollmächtigten Horst Ott in seinem Amt. Seinen Posten behält auch 2. Bevollmächtigter Udo Fechtner, er erhielt 92,5 Prozent der Stimmen.

Die IGM-Verwaltungsstelle sei in der vergangenen Wahlperiode jünger, weiblicher und in den Betrieben stärker geworden, betonte deren wiedergewählter Chef Horst Ott bei der mündlichen Ergänzung des schriftlich vorliegenen Geschäftsberichts. Mit aktuell über 15 000 Mitgliedern, davon rund 12 000 in den Firmen, sei die IG Metall die stärkste Organisation in der Region.

Bürger verunsichert


In einem Interview, bei dem der aus Frankfurt angereiste Hauptkassierer der IG Metall, Jürgen Kerner, als Moderator fungierte, standen Ott und Fechtner zu Themen Rede und Antwort, die in der gewerkschaftlichen Arbeit eine wichtige Rolle gespielt haben und weiter spielen werden: Tarifpolitik, Rechtsschutz, Bildung, Frauen- und Öffentlichkeitsarbeit. Erwähnung fand dabei auch die Aktion "Respekt".

Mit dem Motto "mitreden, mitentscheiden, mitgestalten", unter dem die Organisationswahlen stehen, formuliere die IG Metall den grundsätzlichen Anspruch, sich einzumischen, mitzuwirken und nicht zuzulassen, "dass andere über unsere Köpfe hinweg Entscheidungen treffen", sagte Jürgen Kerner als geschäftsführendes Vorstandsmitglied. Dies sei heute um so wichtiger, da in der Bevölkerung Verunsicherung herrsche, wie die Ergebnisse der Landtagswahlen gezeigt hätten. Die Gewerkschaften würden deutlich machen, dass Parteien wie die AfD ausländer- und auch arbeitnehmerfeindlich seien. Sie wolle den Mindestlohn abschaffen und die Leiharbeit ausdehnen. Alles Positionen, die im Gegensatz zu den Vorstellungen der Gewerkschaft stünden. Die IG Metall, sagte Kerner weiter, schlage ein Integrationsjahr für Flüchtlinge vor, das neben einem Arbeitsplatz auch Integrations- und Sprachkurse umfassen sollte.

Die Arbeitsgesellschaft, hielt Kerner fest, befinde sich in einem radikalen Wandel. Der IGM-Spitzenfunktionär nannte Stichworte wie 3D-Druck, Nanotechnologie, neue beziehungsweise alternative Werkstoffe und Industrie 4.0. Es gehe nicht darum, Veränderungen zu verhindern, diese kämen so oder so. Vielmehr komme es darauf an, dass die Interessen der Beschäftigen ausreichend berücksichtigt würden.

Kampagne zur Arbeitszeit


Mit praxistauglichen arbeits- und tarifpolitischen Konzepten werde die IG Metall die Zukunft der Arbeit mitgestalten. Mit der Ausweitung des oft tariflosen Niedriglohnsektors, Leiharbeit, Werkverträgen, Befristungen und Mini-Jobs müsse endlich Schluss sein. Dazu brauche man eine andere Arbeitszeitpolitik, machte Kerner deutlich.

Bei der Kampagne zur Arbeitszeit gehe es der IG Metall um die Rückgewinnung der gewerkschaftlichen und persönlichen Souveränität der Arbeitnehmer im Umgang mit der Zeit. Dies bedeute, dass Beschäftigte freinehmen und die Arbeitszeit reduzieren könnten, wenn sie es aus persönlich Gründen wollen - und nicht dann, wenn es dem Chef in den Kram passe.

Dies müsse in Tarifverträgen, die für alle Bezirke gelten, zusammen mit Gesamtmetall geregelt werden. Nicht an den Tarif gebundene Betriebe sollten in unterschiedlichen Formen einbezogen werden, unterstrich Kerner. Abschließend ging er noch auf die Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie ein, bei der die IGM bundesweit eine fünfprozentige Lohn- und Gehaltserhöhung fordert.

WahlergebnisseNeben den beiden Bevollmächtigten Horst Ott und Udo Fechtner gehören der Ortsverwaltung künftig an: Josef Bock (Constantia Hueck Folien, Pirk), Karl Boemmel (Faurecia, Trabitz), Andreas Elsner, Lars Roder (beide Grammer AG, Haselmühl), Sabine Felbinger (Novem Eschenbach), Sonja Hahn (ZF Friedrichshafen, Auerbach), Werner Hellmich (Hamm, Tirschenreuth), Karl-Heinz König (Rohrwerk Maxhütte, Sulzbach-Rosenberg), Volker Jung, Stefanie Lengfelder (beide Siemens Amberg), Werner Sperber (Hosen-Hiltl, Sulzbach-Rosenberg), Harald Tretter (Siemens Kemnath) und Christian Zwack (Luitpoldhütte, Amberg).

Im Beirat der IG Metall vertritt Horst Ott die Geschäftsstelle. Delegierte für die Bezirkskonferenz Bayern sind Werner Fick (Ersatz: Hubert Becker), Volker Jung (Stefanie Lengfelder), Karl-Heinz König (Hans Messer) Gerhard Beer (Robert Stich) und Diana Seifert (Stefanie Krüger). (bt)
Andere dürfen nicht über unsere Köpfe hinweg Entscheidungen treffen.Jürgen Kerner, Hauptkassierer der IG Metall
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.