Im Kreis fast 10.000 Mitglieder
VdK voller Stolz und Sorge zugleich

Jubilare und Gratulanten stellten sich nach der Hauptversammlung des VdK-Ortsverbandes Ammersricht für ein Erinnerungsfoto auf (von links): OB Michael Cerny, Maria Peter (25 Jahre), Monika Streber (20 Jahre), Alois Braun (25 Jahre), Vorsitzender Karl Zeller, Werner Kestel (70 Jahre), und Kreisvorsitzende Marianne Kies-Baldasty. Bild: hae

Der Saal der Gaststätte Am Kugelfang war proppenvoll. Das freute natürlich Vorsitzenden Karl Zeller bei der Eröffnung der Hauptversammlung des VdK-Ortsverbandes in Ammersricht.

Ammersricht. (hae) "Der gute Zuspruch ist einerseits auf die positive Mitgliederentwicklung zurückzuführen, andererseits aber auch der Tatsache geschuldet, dass immer mehr Bürger die Hilfe des Sozialverbandes VdK benötigen", sagte Karl Zeller.

Auch Oberbürgermeister Michael Cerny weiß um die gegenwärtige Situation in Deutschland. Die Wirtschaft boomt, sehr vielen Bürgern geht es so gut wie noch nie, aber immer mehr Menschen fallen durch das soziale Raster in eine bedrohliche Tiefe. Hier greift der VdK und der Anstieg der Mitgliederzahlen beweist, dass der Hilfebedarf steigt. Die Arbeit im Ortsverband hält das Stadtoberhaupt deshalb für sehr wichtig. Aber auch für die Stadt ist der VdK, insbesondere im stationären Pflegebereich, kompetenter Ansprechpartner.

Voller Stolz und Sorge


Stolz und Sorge halten sich bei der VdK-Kreisvorsitzenden Marianne Kies-Baldasty die Waage. Stolz ist sie auf die Tatsache, dass in ihren 28 Ortsverbänden fast 10 000 Mitglieder organisiert sind. Sorge bereitet ihr aber, dass die Menschen aus Angst um ihre Gesundheit und Furcht vor Altersarmut zum VdK kommen. Sie sieht den VdK als Lobby für die sozial Schwachen mit ausgeprägter Bürgernähe und als Unterstützer bei Fragen des Rechtsschutzes. Die Kreisvorsitzende forderte mit Nachdruck Barrierefreiheit in allen öffentlichen Bereichen. Bei der Sammlung "Helft Wunden heilen" nahm der Kreisverband einen Spitzenplatz in der Oberpfalz ein, ließ Kies-Baldasty wissen.

Die Tätigkeitsberichte des Vorstands spiegelten ein aktives und lebendiges Vereinsleben wider. Unterlegt durch eine Bilderpräsentation erinnerte Schriftführerin Irene Zeller an viele Veranstaltungen: Fahrten zum Maffei-Stollen in Auerbach, zu den Luisenburgfestspielen, ins Elbsandsteingebirge mit Dresden-Aufenthalt, zu einem Besuch im Landtag und zum Adventsmarkt in Annaberg-Buchholz. Die Geselligkeit kam laut Irene Zeller ebenfalls nicht zu kurz. Die Mitglieder trafen sich zum monatlichen Frühstück beim Verein der Körper- und Mehrfachbehinderten, zu einem Spieleabend mit dem Ortsverband Luitpoldhöhe-Poppenricht, zum Herbstfest mit der KAB St. Konrad Ammersricht sowie zu einer gemeinsamen Adventsfeier.

Seit 70 Jahren dabei


Eine besondere Ehre wurde Werner Kestel für 70 Jahre Mitgliedschaft zuteil. Der Jubilar ist seit der Gründerzeit des VdK in Bayern Mitglied. "Sie haben wie kein anderer die Wandlung des VdK vom Verein für Hilfe von Kriegsopfern zum modernen Sozialverband von heute besser verfolgen können", hob Karl Zeller in seiner Laudatio hervor.

Neugierig waren die Versammlungsteilnehmer auch auf die aktuellen Informationen von AOK-Pflegeberater Thomas Göldner zum Pflegestärkungsgesetz II. "Das Risiko, pflegebedürftig zu werden, kann jeden treffen", sagte der Referent und hob die Bedeutung hervor. Während zurzeit 2,5 Millionen Menschen Leistungen aus der Pflegeversicherung bekommen, werden es im Jahre 2050 etwa 4,4 Millionen sein. Seit dem 1. Januar 2017 gibt es das neue Pflegebegutachtungs-Verfahren.

Thomas Göldner zeigte den Übergang der bisherigen Pflegstufen in die neuen Grade auf und wie sich das bei den Geld- und Sachleistungen auswirkt. Weiterhin ist das Gutachten des Medizinischen Dienstes ausschlaggebend ob Pflegebedürftigkeit vorliegt. Geprüft werden folgende Bereiche: Mobilität, kognitive/kommunikative Fähigkeiten, Verhaltensweisen, Selbstversorgung, Krankheiten/Therapien und Alltagsleben.

Ehrungen70 Jahre: Werner Kestel

25 Jahre: Christa Bauer , Alois Braun , Maria Peter und Alexander Wilhelm

20 Jahre: Evi Balzar , Sieglinde Nobialek , Marga Seidl , Uwe Stiegler , Monika Streber (hae)
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