In der Frühlingstraße drohen neue Rechnungen
Nicht doppelt zur Kasse bitten

Im Namen weiterer 53 Anwohner der Frühlingstraße überreichte Wolfgang Erb (links) die Unterschriftenlisten an OB Michael Cerny. Bild: Steinbacher
Politik
Amberg in der Oberpfalz
18.05.2016
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Knapp 5000 Euro hat Wolfgang Erb als Anwohner anteilig für den Ausbau der Frühlingstraße bezahlt. Wenn im nächsten Jahr in unmittelbarer Nachbarschaft mit der Erschließung des Baugebiets Drillingsfeld II begonnen wird, kommen theoretisch die nächsten Kosten auf ihn zu. Das will der 42-Jährige verhindern.

"Dass wir Anwohner mit der Erschließung des Neubaugebiets nicht glücklich sind, das dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben", steht auf dem ersten Blatt des Schreibens an OB Michael Cerny, dem Erb am Mittwochnachmittag eine Liste mit 54 Unterschriften in die Hand drückte. Sämtliche Unterzeichner fordern, von den künftigen Kosten verschont zu werden.

Der Rathauschef reagierte gelassen und mit Verständnis auf die Aktion: "Wir haben die Erwartung, dass sich die Bürger einbringen. Und dass sie das artikulieren, wenn sie Bedenken haben." Deswegen auch seine klare Aussage: "Ich teile zu 100 Prozent Ihre Meinung. Wenn jemand jetzt bezahlt hat, kann man ihn nicht noch mal heranziehen. Alle zig Jahre ja, aber nicht alle paar Jahre." Notfalls müsste versucht werden, die Verursacher in Regress zu nehmen, wenn sie mit ihren Lkw auf dem Weg zum Drillingsfeld II die Straße beschädigen.

Geht nicht nur ums Geld


Doch Wolfgang Erb, der als kaufmännischer Vorstand beim Werkvolk tätig ist, geht es nicht nur ums Geld. Die Frühlingstraße sei schlichtweg zu schmal, um über Monate hinweg den Schwerlastverkehr ins Neubaugebiet verkraften zu können. "Wir sind an dem Thema dran", sagte Michael Cerny und betonte, dass es sinnvoll sei, die 95 Parzellen nicht nur über die Frühlingstraße erreichen zu können. Aber: "Es könnte sein, dass die zweite Erschließung nicht zeitgleich mit dem Baugebiet erfolgt." Soll heißen: Die Anwohner müssten damit rechnen, dass die beteiligten Firmen mit ihren Fahrzeugen mehrmals täglich die bestehende Straße nutzen. Außerdem sei noch nicht klar, aus welcher Richtung eine zusätzliche Spange geschaffen werden könnte. Bis etwa in einem Jahr sollte diese Frage aber abschließend geklärt sein.

Mit Anwohnern reden


Wolfgang Erb betonte mehrfach, nicht gegen das neue Baugebiet zu sein, aber weitere Kosten und Belastungen verhindern zu wollen: "Ich möchte uns nicht nachsagen lassen, wir hätten im Vorfeld nichts getan." Auch mit dieser Aussage stieß er bei Michael Cerny auf Zustimmung: "Das geht nicht gegen die Stadt. Das ist ein legitimes Anliegen." Laufe alles wie vorgesehen, werde der Bebauungsplan im Herbst fertig sein. Dann, so der Oberbürgermeister, wäre auch eine Versammlung mit den betroffenen Anwohnern vorstellbar, bei der detaillierte Frage gestellt werden können: "Wenn es passt, komme ich da auch gerne mit dazu."
Das geht nicht gegen die Stadt. Das ist ein legitimes Anliegen.OB Michael Cerny über die Unterschriftenliste
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