Innenstadtentwicklung: Amberg nennt erste Ergebnisse
Runder Tisch tischt seine Ideen auf

Nicht nur bei der Luftnacht soll sich Amberg als Einkaufsstadt und Luftkunstort präsentieren. Vor allem Letzteres soll künftig permanent im Stadtbild sichtbar sein und dadurch Kunden und Besucher anlocken. Archivbild: Hartl
Politik
Amberg in der Oberpfalz
20.06.2016
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"Die Innenstadt ist das Herz einer Stadt. Wenn es nicht schlägt, ist die Stadt nicht lebendig." Zitat: Oberbürgermeister Michael Cerny

Oberbürgermeister Michael Cerny machte das Thema zur Chefsache. Bald nach seinem Amtsantritt gründete er einen Runden Tisch zur Innenstadtentwicklung. Vier Mal tagte dieses Gremium hinter verschlossenen Türen, beim fünften Mal legte es jetzt erstmals Ergebnisse für die Öffentlichkeit vor.

Genauer gesagt ist es ein Katalog von vorläufig sieben Maßnahmen, den die neben dem OB ebenfalls federführend engagierte Gewerbebau zusammenfasste:

1. Amberger Stadtmagazin

Mit einem vorerst zweimal jährlich erscheinenden Stadtmagazin sollen gezielt auf emotionaler Ebene Bürger der Stadt und des Umlands auf Möglichkeiten und Angebote aufmerksam gemacht und von Amberg begeistert werden. Im Stadtmagazin können jeweilige Schwerpunkte in der Ausgabe definiert werden, zum Beispiel die "Weihnachtsstadt".

2. Parken positiv bewerben

Die Parkmöglichkeiten in und um die Altstadt sollen durch positive Bewerbung bekannt gemacht und in ihrer Nutzung gezielt verbessert werden (Kurzzeitparken, Tagestourismus, Erreichbarkeit etc.). Werbemöglichkeiten im Print sowie im Online-Bereich sollen überprüft werden. Eine thematische Verknüpfung zur Einführung des Parkleitsystems sowie zum Stadtmagazin wird angestrebt.

3. Erreichbarkeit für Bus- Tourismus verbessern

Der Bus-Tourismus mit Amberg als mehrtägigem Aufenthaltsort (auch bei Events) oder Zwischenstation nimmt jüngsten Beobachtungen zufolge zu. Jedoch sind derzeit nicht in ausreichender Zahl Dauerstellplätze (fünf bis sieben) und Haltepunkte für Zu- und Ausstieg innerhalb der Altstadt oder an ihrem Rand vorhanden. Bei einer Ausweisung derartiger Stellflächen könnte durch entsprechende Flyer eine gezielte Besucherführung erreicht werden. Außerdem könnte mit solchen Möglichkeiten bei Reiseunternehmen überregional Werbung für Amberg gemacht werden.

4. Martinsturm als touristische Attraktion nutzbar machen

Vom Martinsturm aus bietet sich ein einmaliger Blick über Amberg. Viele andere Städte nutzen derartige Aussichtsmöglichkeiten als touristische Attraktion. In Amberg ist die Besteigung des Martinsturms bislang nur mit Buchung einer Führung möglich. Es soll geprüft werden, ob beispielsweise am Wochenende unbegleiteter Zugang oder zumindest feste und regelmäßige, aber auch kurzfristige Aufstiegsmöglichkeiten angeboten werden können.

5. Marke Luftkunstort in der Vermarktung vorantreiben

Mit der Marke Luftkunstort besitzt Amberg ein Alleinstellungsmerkmal, das vielschichtig bespielt werden kann. Die Wahrnehmung darf daher nicht auf die Einrichtung des Luftmuseums oder das Zwei-Jahres-Event Luftnacht reduziert werden. Eine Identifikation der Bürger mit dieser Marke, eine Nutzung durch möglichst viele Institutionen und eine deutlich gesteigerte Bewerbung ist erforderlich. Dieses Thema muss sich auch vermehrt im öffentlichen Raum wiederfinden (Veranstaltungsangebote, Luftkunstwerke, Luftkunstpfad etc.). Es soll daher ein Konzept ausgearbeitet werden, wie man die Marke im öffentlichen Raum mit Leben erfüllen und Werbeeffekte hieraus erzielen kann.

6. "Weihnachtsstadt" einheitlich bewerben

Für den Weihnachtsmarkt, das Rahmenprogramm im Amberger Advent sowie verschiedene weitere Aktivitäten wird derzeit durch den Stadtmarketingverein, die Stadt und die PWG separat und eigenständig geworben. Diese Maßnahmen sollen künftig besser koordiniert und in gemeinsamen Werbemitteln zusammengeführt werden.

7.Sonderbudget im Etat für außerplanmäßige Aktivitäten

Um Ideen oder Möglichkeiten für Attraktionen und Veranstaltungen in der Innenstadt, die sich im Jahresverlauf außerplanmäßig ergeben oder von Ideenträgern eingebracht werden, weiterverfolgen zu können, soll ein regelmäßiger Ansatz im städtischen Haushalt bereitgestellt werden. Entsprechende Regularien für die Beurteilung von Ideen sowie Vergabe von Mitteln müssen ausgearbeitet werden.

Die Innenstadt ist das Herz einer Stadt. Wenn es nicht schlägt, ist die Stadt nicht lebendig.Oberbürgermeister Michael Cerny


HintergrundDer Runde Tisch Innenstadtattraktivität besteht aus folgenden Mitgliedern: OB plus Referenten, Gewerbebau, städtische Marketingabteilung, Congress-Marketing, IHK, Luftmuseum, Stadtmarketing, Park- und Werbegemeinschaft, OTH, Stadtbau, Stadtwerke, Klinikum, IG Menschengerechte Stadt sowie Sprecher der Fraktionen und Gruppierungen im Stadtrat. Schon beim ersten Treffen im November 2014 wurden laut Gewerbebau-Chef Karlheinz Brandelik folgende Unter-Arbeitskreise gebildet: Marketing und Kommunikation, Tourismus, Aktionen und Events, Zonierung und Leerstände, Parken und Flair sowie studentisches Leben. Diese Teams sollen für ihre Themen Lösungsansätze bzw. Handlungsoptionen entwickeln. Wobei die nun präsentierten Ergebnisse nach Brandelik zur Prüfung und weiteren Bearbeitung noch in den entsprechenden Gremien der Stadt diskutiert und behandelt werden müssen, bevor sie umgesetzt werden können. (ath)
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