Investor Ten Brinke hat Bürgerspitalgelände immer noch nicht erworben
Brennt was oder brennt nix an?

Nach den Entwürfen des Stuttgarter Architekturbüros Wittfoth könnte der Neubau auf dem Bürgerspitalgelände mit Supermarkt, Drogerie und Gastronomie im Parterre sowie Büros für Dienstleister und Wohnungen in den Obergeschossen so ausschauen. Der hier zu sehende Vorplatz mit vielen Menschen dürfte allerdings kaum so groß werden, weil rechts statt der visualisierten Bäume der sogenannte Reichert-Bau steht und außerdem die Wirtschaftschule mit ihrer geplanten Erweiterung stärker heranwächst und diese Seite deu
Politik
Amberg in der Oberpfalz
12.11.2016
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CSU-Fraktionschef Dieter Mußemann sprach von einer "herausragenden Gemeinschaftsleistung des Stadtrats". Und auch die SPD übte sich in gewissem Überschwang, als im Juli der neue Investor fürs alte Bürgerspitalgelände vorgestellt wurde: die Gruppe Ten Brinke, die das Areal jedoch über drei Monate später immer noch nicht erworben hat.

Das wirft langsam Fragen auf. Interessierte Beobachter sehen die offenbar etwas langwierige Entwicklung kritisch. Mancher geht sogar so weit, dahinter ein Problem zu vermuten, das Amberg noch auf die Füße fallen könnte: "Pokert" Ten Brinke? Schaut die europaweit tätige Unternehmensgruppe mit ihrem Hauptsitz in Holland jetzt erst einmal, was sie an Mietern und Käufern für geplante Läden, Büros und Wohnungen am Standort in der Bahnhofstraße kriegen kann? Tastet sie sozusagen ab, wie das Geschäft voraussichtlich läuft, bevor man sich mit dem Kauf des Grundstücks bindet?

Kauf würde festnageln


Immerhin wäre Ten Brinke dann in gewisser Weise in Amberg festgenagelt, so sehen es Branchenkenner, die eine weitere Befürchtung hegen: Die Gruppe könnte die rund 4500 Quadratmeter große Fläche bei nicht zufriedenstellender Entwicklung auch wieder abgeben - mit völlig offenem Ausgang, wer dann wann zuschlägt und was auch immer für (neue) Pläne schmiedet. Im Grunde ist bisher tatsächlich nicht mehr passiert, als dass Ten Brinke nach der europaweiten Ausschreibung des Projekts den Zuschlag erhalten hat und eben das öffentlich präsentiert wurde.

Zugegeben, in all diesen Überlegungen steckt viel Spekulation, auch wenn die immer lauter und besorgter geäußert wird. Eine direkte Nachfrage zum Thema bei der TBB Ten Brinke-Projektentwicklungs-GmbH in Regensburg war seit Wochenbeginn schwer möglich, weil sich die zuständige Projektleiterin Sandra Kainz im Urlaub befindet. Geschäftsführer Andreas Kern war laut seinem Büro auf einer Dienstreise und ließ am Freitag durch eine Vertreterin nur mitteilen, dass TBB "zu laufenden Erwerbsvorgängen keine Auskunft erteilt".

Sandra Kainz hatte außerdem vor kurzem auf eine E-Mail-Anfrage der AZ geantwortet, dass "aufgrund laufender Mietvertragsverhandlungen keine näheren Angaben unsererseits zu den laufenden Gesprächen gemacht werden können". Die Redaktion hatte ursprünglich wissen wollen, wieso Ten Brinke Anfang Oktober bei seinem Auftritt auf der Münchner Branchenmesse Expo Real mit dem Projekt in Amberg geworben hatte. "Haben Sie dort nach Partnern für Ihr Vorhaben gesucht, oder in welcher Form kam Amberg hier ins Gespräch?", lautete die Frage der AZ, die die zitierte Antwort brachte.

Eine andere Erklärung für die gegenwärtige Entwicklung liefert die Stadt. Pressesprecherin Susanne Schwab ließ wissen, dass sich "Amberg und Ten Brinke in bester Abstimmung befinden - auch wenn der Notarvertrag bis dato noch nicht unterzeichnet worden ist". Nach ihren Worten geht es um einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan, der erst aufgestellt werden muss und für den "noch Angaben von Ten Brinke fehlen". "Es müssen noch Dinge verhandelt werden, die da rein müssen", sagte Schwab etwas konkreter.

"Nichts unterschrieben"


Sie informierte in dem Kontext ferner, dass Bebauungsplan und Kaufvertrag "parallel laufen" sollen. Das sei "in Arbeit", aber "noch nichts unterschrieben". Auf die Frage, wie sicher gerade vor diesem Hintergrund das schon mehrfach groß verkündete Engagement von Ten Brinke ist, antwortete Schwab: "Davon geht bei der Stadtverwaltung niemand aus, dass da noch was anbrennt". (Angemerkt)
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