Je jünger, desto schneller ein Teil der Gesellschaft
Integration beginnt beim Kind

Rasche Integration der Flüchtlinge ist für Vorsitzende Michaela Frauendorfer und die Frauen-Union ein wichtiges Anliegen. Bild: usc
Politik
Amberg in der Oberpfalz
01.04.2016
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Fehler aus der Vergangenheit dürfen sich bei der Integration von Zuwanderern angesichts der Flüchtlingswelle nicht wiederholen. Diese Forderung vertrat die Vorsitzende der Amberger Frauen-Union, Michaela Frauendorfer. Das breit angelegte Thema stand deshalb im Mittelpunkt der Hauptversammlung.

In ihrem Rückblick berichtete die CSU-Stadträtin und Staatsanwältin von der Diskussionsveranstaltung, die am 12. März in der neuen CSU-Landesleitung stattgefunden hatte. Die Überschrift: "Frauenbilder, freiheitliche Werte und falsche Tabus." Mit dabei war die jesidische Filmregisseurin Düzen Tekkal, die die Meinung vertreten habe, dass die massiven Übergriffe in der Kölner Silvesternacht Ausdruck einer gescheiterten Asyl- und Ausländerpolitik seien. "Deswegen dürfen wir unsere Chance jetzt nicht verpassen und müssen alle Voraussetzungen für die Integration schaffen", betonte Frauendorfer.

Dass der Strom islamischer Flüchtlinge die Bevölkerung stark beschäftige, habe sich bei der Veranstaltung der Frauen-Union zum Thema "Islam und Christentum im Vergleich" gezeigt, bei dem die Plätze in der Alten Kaserne nicht ausreichten. "Integration muss schon bei den Kindern beginnen", sagte Frauendorfer und ergänzte: "Je jünger die Migranten sind, um die wir uns kümmern, desto schneller werden wir sie integrieren."

"Es wird Zeit"


Abgeordneter Harald Schwartz informierte über die neueste Entwicklung aus dem Landtag zum Integrationsgesetz: "Das Problem ist eher die zweite Generation der Zuwanderer, die nicht integriert worden ist. Wir haben zwei, drei Jahrzehnte verloren. Es wird Zeit, dass wir das Problem angehen". Das Gesetz ziele auch auf ein Unterlaufen der verfassungsmäßigen Ordnung wie durch Scheinheirat, Zwangsverehelichung oder muslimische Friedensrichter.

Es sei bei Zuwanderern eine Geringschätzung unserer Werteordnung festzustellen. Deshalb gebe es auch keine Befreiung mehr für Kinder muslimischer Eltern von Schulveranstaltungen. "Mit dem Gesetz allein werden wir Integration aber nicht schaffen", sagte Schwartz.

Eng mit dem Thema Integration verbunden war der Beitrag der Bundestagsabgeordneten Barbara Lanzinger, die über "Unser Werteverständnis" sprach. Auch Berlin werde für seinen Zuständigkeitsbereich ein Integrationsgesetz auf den Weg bringen. Aber: "Wenn wir unser Grundgesetz richtig anwenden, haben wir alles, was wir brauchen." Lanzinger sagte auch: "Fremde haben unsere Werte und Bräuche zu akzeptieren. Das gilt auch für eine Begrüßung von Frauen durch Männer mit Handschlag, das gilt für das Tragen von Badekleidung, das gilt für das Essen in der Schule. Das hat nichts mit Ausländerhass zu tun", betonte sie unter Beifall der FU-Mitglieder.

Wo die Toleranz endet


Auch Flüchtlingen müsse man ihre Würde lassen und mit Respekt mit ihnen in echten Dialog treten. Toleranz ende aber da, "wo mir keine Toleranz entgegengebracht wird".
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