Kämmerer hat 3,8 Millionen Euro mehr im Stadtsäckel – Tritt auf Euphoriebremse
Mertels Luxusproblem

Wenn der Kämmerer einen Vorschlag machen dürfte, dann den, die Schulden so zu tilgen, wie ursprünglich vorgesehen.
Politik
Amberg in der Oberpfalz
18.12.2015
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Kämmerer Franz Mertel hat gut lachen. Dank der Schlüsselzuweisungen hat Amberg plötzlich rund 3,8 Millionen Euro mehr in der Kasse als geplant. Wohin mit dem ganzen Geld? "Da wird es natürlich Begehrlichkeiten geben", stellt der Verwalter des Stadtsäckels nüchtern fest und hält möglichen Forderungen schon jetzt entgegen: "Das ist nur eine von 3800 Haushaltsstellen."

Die Stadt habe vielfältige Aufgaben, die allesamt eine Menge Geld kosten. An anderer Stelle fielen die Ausgaben möglicherweise höher aus, als geplant. Wie berichtet, überweist der Freistaat Bayern heuer als Ausgleich für Defizite bei der Steuerkraft 15,8 Millionen Euro Schlüsselzuweisung nach Amberg. Das sind 5,6 Millionen Euro mehr als im vergangenen Jahr. Geld, über dessen Verwendung die Stadt frei entscheiden kann.

Gerechnet hatte Mertel schon mit einem dicken Batzen - genauer gesagt mit rund 12 Millionen Euro. "Wir wussten, dass wir was kriegen. Aber man kann es eben nicht genau ausrechnen, weil man die Zahlen der anderen Kommunen nicht kennt."

Jetzt hat die Stadt ein Luxusproblem, wobei Mertel die möglicherweise aufkommende Euphorie dämpft. "Die eine oder andere zusätzliche Belastung wird noch kommen."

Beispielsweise im Bereich der Flüchtlingshilfe. Etwa eine Million Euro sieht der Haushalt 2016 für diese Aufgabe vor. Niemand könne heute abschätzen, wie viel Geld davon im neuen Jahr tatsächlich gebraucht wird. Mertel: "Wir sollten das im Hinterkopf behalten." Auch die Einnahmen aus der Gewerbesteuer sind bislang nicht ganz so hoch, wie geplant. Der Ansatz für das Jahr 2015 lag bei 23 Millionen. Aktuell hat die Stadt aber erst 21,7 Millionen kassiert. "Da fehlen also noch 1,3 Millionen Euro."

Gleichwohl räumt der Stadtkämmerer ein, in einer komfortablen Situation zu sein. Und er hat auch eine Idee, was die Stadt mit überschüssigem Geld anfangen könnte. "Wenn der Kämmerer einen Vorschlag machen dürfte, dann den, die Schulden so zu tilgen, wie ursprünglich vorgesehen." In seinem Haushaltsentwurf stand die Zahl von 1,42 Millionen. Der Stadtrat entschied sich aber, nur eine Million Euro zurückzuzahlen.
Wenn der Kämmerer einen Vorschlag machen dürfte, dann den, die Schulden so zu tilgen, wie ursprünglich vorgesehen.Stadtkämmerer Franz Mertel
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