Kindergarten Marienheim im Programm Sprach-Kita
Mädchen und Buben aus 16 Nationen

Der Caritas-Kindergarten Marienheim wird seit Januar durch das neue Programm "Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Integration ist" des Bundesfamilienministeriums gefördert. Das erläuterte Dr. Michaela Mühlmann vom Sozialreferat in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses. Amberg entstehen durch das Programm keine Kosten.

Die Förderung besteht zum einen in weiteren Fachkräften für sprachliche Bildung, zum anderen in einer Fachberatung. Voraussetzung, um ins Programm zu kommen, ist ein überdurchschnittlich hoher Anteil von Kindern mit besonderem Bedarf an Sprachförderung. Das heißt: Entweder der Anteil der Kinder, in deren Familien vorrangig nicht Deutsch gesprochen wird, beträgt mindestens 15 Prozent oder der Anteil der Kinder, für die wegen des geringen Familieneinkommens kein Beitrag oder nur ein Mindestbeitrag geleistet wird, liegt über sieben Prozent.

Die Verwaltung hatte auch geprüft, ob die städtische Kindertageseinrichtung Luitpoldhöhe diese Voraussetzungen erfüllt, was aber nicht der Fall ist. Der Caritas-Kindergarten Marienheim betreut nach eigenen Angaben Kinder aus 16 verschiedenen Nationen. Ursprünglich hatte auch der Kindergarten der Kirchengemeinde Erlöserkirche Interesse an der Aufnahme gehabt, doch dann zurückgezogen. "Wir haben keine Fachkraft für Spracherziehung mehr, sie ist in den Ruhestand gegangen", erläuterte Pfarrer Dr. Johannes Blohm im Ausschuss, "deshalb mussten wir aussteigen." Sozialreferent Dr. Harald Knerer-Brütting erkannte das als allgemeines Problem: "Der Markt für Fachkräfte ist in diesem Bereich sehr ausgedünnt."

Wie wichtig das Sprachförderprogramm ist, konnte Gabriele Donhauser (CSU) aus eigener Anschauung untermauern. Die Erzieherin erzählte, sie arbeite seit vier Wochen wieder und habe deshalb mitbekommen, wie viele Flüchtlingskinder derzeit zu betreuen seien. Oft setzten sich Ehrenamtliche mit großem Engagement ein, um ihnen den Spracherwerb schneller zu ermöglichen.

Gabriele Donhausers Erkenntnis daraus: "Kinder im Kindergarten-Alter brauchen die meiste Förderung und können auch am meisten aufnehmen."
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