Klinikum St. Marien stellt Geschäftszahlen 2015 vor
Medizin für Krankenhauschef

Erneut müssen wir hohe Eigenanteile einsetzen, da mit den bewilligten Fördermitteln die Gesamtkosten nicht gedeckt werden.
Politik
Amberg in der Oberpfalz
02.05.2016
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In den vergangenen Monaten stand er öfter in der Kritik. Doch am Montag genoss Manfred Wendl Rückendeckung. Der Stadtrat stellte sich demonstrativ hinter den Chef des Klinikums St. Marien.

"Sie haben unsere ganze Unterstützung", sagte Stadträtin Barbara Lanzinger im Namen der CSU-Fraktion. Dem Gremium sei bewusst, mit welch schwierigen Rahmenbedingungen die Krankenhaus-Leitung zu kämpfen habe. "Das erfordert unendlich viel Kraft."

Ähnlich äußerte sich SPD-Fraktionsvorsitzende Birgit Fruth. "Wir stehen hinter ihnen und hinter ihrem Personal", erklärte sie. Wendl hatte zuvor den vorläufigen Geschäftsbericht 2015 vorgestellt - mit einem Rekord von 25612 Patienten und dem Defizit von 125 000 Euro, das bereits vor drei Wochen Gegenstand öffentlicher Diskussionen war. Der Klinikumsvorstand hatte Mitte April bei einer Pressekonferenz ein eher düsteres Bild von der finanziellen Entwicklung seines Hauses gezeichnet. Bis 2021 seien aufgrund immenser Investitionskosten Defizite von jährlich rund 3,5 Millionen Euro zu erwarten, sagte er damals voraus.

Im Vergleich dazu war 2015 noch ein recht erfolgreiches Jahr. Zumal der prognostizierte Fehlbetrag von 1,08 Million Euro bei weitem nicht erreicht wurde. Beim operativen Ergebnis (alles, was im normalen Krankenhausbetrieb erwirtschaftet wird) konnte Wendl ein sattes Plus von 2,74 Millionen Euro verbuchen. Diesem Betrag steht jedoch ein investives Ergebnis (Abschreibungen, Zinsen, Mieten) von 2,83 Millionen Euro gegenüber, so dass unterm Strich ein Minus von 125 000 Euro bleibt. Wendl betonte, dass seit vielen Jahren kräftig in das Klinikum investiert werde. Die Mitarbeiter hätten erst zum Jahreswechsel den Neubau des Bauabschnitts 4 in Betrieb genommen. Ebenso sei die Zentralsterilisation nun fertig. "Damit verfügt unser Klinikum über eine Sterilgutversorgung, die höchsten Ansprüchen gerecht wird", erklärte er.

Heuer folgt noch die rund 10 Millionen Euro teure Erweiterung und Sanierung der Zentralen Notaufnahme. "Erneut müssen wir dafür wieder hohe Eigenanteile einsetzen, da mit den bewilligten Fördermitteln die Gesamtkosten nicht gedeckt werden", sagte Wendl. Die Maßnahme sei notwendig, weil die Zahl der zu versorgenden Patienten seit Jahren kontinuierlich steigt und die vorhandenen Räumlichkeiten nicht mehr ausreichen. Baubeginn soll im Sommer sein. Geplant ist, dass bis Weihnachten der Rohbau steht.
Erneut müssen wir hohe Eigenanteile einsetzen, da mit den bewilligten Fördermitteln die Gesamtkosten nicht gedeckt werden.Klinikumsvorstand Manfred Wendl
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