Kochkeller-Kindergarten müsste dringend zumindest saniert werden
Diakonie kann sich Neubau nicht leisten

Das Gesprächsthema war ernst: Bei SPD und Diakonie ging es um die Zukunft des Kochkeller-Kindergartens. Von links: die Stadträte Uli Hübner, Birgit Fruth, Volker Binner, Kindergartenleiterin Judith Heinl, Karl-Heinz Irmer, Stadtrat Dieter Amann sowie Siegfried Balzer und Markus Keil vom Diakonieverein. Bild: gf

Seit 60 Jahren gibt es den Kindergarten Kochkeller, erbaut auf Erbpachtgrund der Paulanergemeinde. Nun feierte die Kindertagesstätte Geburtstag (wir berichteten). Dabei ließ Siegfried Balzer, Vorsitzende des Diakonievereins anklingen, dass der Zahn der Zeit am Gebäude nicht spurlos vorübergegangen ist und dass damit eine Sanierung oder gar ein Neubau anstehe. Über den aktuellen Stand informierte sich jetzt die SPD-Stadtratsfraktion. Balzer malte ein düsteres Bild vom Gebäudezustand und betonte: Beim Brandschutz, das gelte auch für die umliegenden Immobilien, drücke die Feuerwehr sämtliche Augen zu. Sie werde diesen Zustand aber nicht mehr lange dulden. Eine Zufahrt für Einsatzfahrzeuge von der Kochkellerstraße her sei unmöglich und von der Podewilsstraße viel zu schmal. Balzer sagte, dass sich die Diakonie mit dem Jugendamt Gedanken über eine Generalsanierung gemacht habe und dabei auf Kosten von gut 900 000 Euro gekommen sei. Die neuesten gesetzlichen Anforderungen für Kindertagesstätten ließen sich mit dem aktuellen Gebäudebestand allerdings nicht umsetzen. Die logische Folge wären ein Abriss und Neubau. Doch der käme auf etwa 1,1 Millionen. Der Vorteil: Die Tagesstätte wäre dann fit für die Zukunft, sagte der Geschäftsführer des Diakonievereins, Markus Keil, und fügte hinzu, dass das Jugendamt einen Kindergarten an diesem Standort für notwendig erachte, denn das Umfeld sei reines Wohngebiet mit entsprechender Kinderzahl, etwa 30 Prozent hätten Migrationshintergrund. Und die Finanzen? "Wir schreiben über Jahre gesehen eine "schwarze Null", betonte Balzer: "Wir machen keinen Gewinn mit diesem Kindergarten und wir können uns alleine den dringend notwendigen Neubau nicht leisten." SPD-Fraktionschefin Birgit Fruth sagte, bei sozialen Angelegenheiten sei ihre Partei in Amberg "die erste Adresse". Stadtrat Uli Hübner schränkte ein, dass die SPD nur tätig werden könne, wenn bei der Stadt ganz konkret eine höhere Förderung beantragt wird als die übliche Zwei-Drittel-Lösung. Von der Landeskirche und dem Bayerischen Diakonieverein sind laut Balzer keine Zuschüsse zu erwarten.

Einen kleinen Seitenhieb gestattete sich Balzer mit dem Hinweis, dass ja auch schnell Gelder für sozialen Wohnungsbau zur Verfügung gestellt werden können. Eile sei bei einem Antrag geboten, sagte Birgit Fruth, denn in den nächsten Wochen würden die Fraktionen mit dem Haushaltsberatungen für 2017 beginnen.
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