Landgericht Amberg: Mordprozess gegen 47-jährigen aus Schnaittenbach
Bekam eines der Kinder die Bluttat mit?

Vor dem Schwurgericht beim Landgericht Amberg beginnt am Dienstag, 24. März, der Prozess gegen einen 47-Jährigen, der im Verdacht steht, in der Nacht zum 11. Februar 2014 in Schnaittenbach seine 38 Jahre alte Ehefrau mit zahlreichen Messerstichen getötet zu haben. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann Mord vor und geht dabei von niedrigen Beweggründen wie Heimtücke aus.

Nach Erkenntnissen der Ermittlungsbehörde hatte das Ehepaar schon seit längerer Zeit getrennt gelebt. Der Grund dafür: Die Frau wollte offenbar gewalttätige Übergriffe ihres Mannes nicht länger hinnehmen. In der Tatnacht kam dann der 47-Jährige zu einem Mehrfamilienhaus, in dem die 38-Jährige zusammen mit drei Kindern wohnte. Kurz nach 1 Uhr morgens vernahmen Nachbarn lauten Lärm, sie riefen daraufhin die Polizei. Als Beamte eintrafen, lag die 38-Jährige blutüberströmt in ihrer Wohnung.

Kein Widerstand

Sie starb kurze Zeit später an ihren Stichverletzungen. Der mutmaßliche Täter saß vor dem Anwesen. Er hatte blutverschmierte Hände und ließ sich widerstandslos festnehmen.

Zu dem Prozess sind mehrere Dutzend Zeugen geladen, auch Sachverständige werden vom Schwurgericht gehört. Unter ihnen befindet sich der Nürnberger Psychiater Thomas Lippert. Zunächst sind zwölf Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil wird für Mitte April erwartet.

Den Vorsitz führt die Landgerichtsvizepräsidentin Roswitha Stöber, die Anklage vertritt der Leitende Oberstaatsanwalt Harald Riedl. Der aus dem Raum Weiden stammende Angeklagte wird von dem Weidener Anwalt Dr. Hans-Wolfgang Schnupfhagn verteidigt.

Rätsel um Tatwaffen

Bei dem Verfahren wird es nun auch Antworten auf die Fragen geben müssen: Wurden zur Tat mehrere Messer benutzt? Hielt sich zumindest eines der Kinder in der Wohnung auf? Wie viele Stiche bekam das Opfer? Dazu hielten sich die Behörden bisher weitgehend bedeckt.
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