Margit Takacs feiert 95. Geburtstag - Gäste bei sich zu Hause empfangen
Kirche bleibt im Klima-Dorf

 
Verschiedene Module mit Steckplätzen veranschaulichen im Miniatur-Dorf den Verbrauch und die sinnvolle Gewinnung von Strom - beispielsweise durch Photovoltaik oder Windkraft. Bilder: Hartl (2)
 
Bürgermeister Martin Preuß wünschte Margit Takacs weiterhin viel Lebensfreude und Gesundheit. Er überreichte ihr als Geschenk eine kuschelige Decke. Bild: prk

In Sachen Klimaschutz muss man jetzt nicht mehr mit der Kirche ums Dorf fahren, sondern geht direkt ins "Energiespardorf Bayern". Möglich macht dies eine Kooperation zwischen dem Bund Naturschutz und den Stadtwerken Amberg. Das Simulationsmodell zeigt Schülern, wie die Energiewende aussehen soll. Und jeder Einzelne kann dafür sehr viel tun.

"Klimaschutz ist die gesellschaftliche Herausforderung für die kommenden Jahre. Um über komplexe Zusammenhänge bei klimapolitischen Entscheidungen zu informieren und um Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen, hat der Bund Naturschutz das Modell "Energiespardorf Bayern" entwickelt", informierte Kreisgruppenvorsitzender Peter Zahn bei der Vorstellung am Mittwoch im Gebäude der Stadtwerke.

Das Modell simuliert Energieerzeugung und -verbrauch in realer Funktion. Die Kursteilnehmer können selbstständig forschen und planen wie gespart und die künftige Versorgung klimafreundlich gestaltet werden kann. Um möglichst vielen Gruppen die Möglichkeit zu bieten, das Energiespardorf kennenzulernen, holten sich die Naturschützer die Stadtwerke Amberg als Unterstützer mit ins Boot.

Wandel als Tatsache


Einleitend bemerkte Zahn, dass der Klimawandel eine nicht mehr wegzudiskutierende Tatsache sei mit dem kontinuierlichen Anstieg der Treibhausgase als Hauptverantwortlichem. "Klimaschutz ist deshalb unverzichtbar, der entscheidende Schritt bei diesen Schutzmaßnahmen ist die Energiewende", betonte Zahn. Er forderte bei der Vorstellung die Abwendung von der bisherigen Form des Umgangs mit Energie in den Bereichen Strom, Wärme und Mobilität.

Das Dorfmodell soll Schülern und Jugendlichen als nächste verantwortliche Nutzergeneration zeigen, wie die Energiewende aussehen könnte. Dazu gibt es in den stilisierten Häusern und auf den Flächen verschiedene elektrifizierte Steckplätze, um die experimentelle Simulation von Energieerzeugung und -verbrauch in einer Gemeinde mit 8000 bis 10 000 Einwohner zu ermöglichen, erläuterte Zahn.

Das Angebot gehe an alle Schulen mit den Jahrgangsstufen 5 bis 11. Unter anderem sollten die Begriffe Leistung und Energie während der Schulung vermittelt werden. Auch der Energieverbrauch, die CO2-Emissionen einer Gemeinde sowie Maßnahmen zur Reduktion würden dargestellt. Eine wichtige Frage werde dabei auch sein, wie die Stromversorgung eines ganzen Dorfes sichergestellt und gleichzeitig der CO2-Ausstoß gesenkt werden könne.

"Die Modellergebnisse werden für alle Schüler über eine Bildschirmpräsentation veranschaulicht. Ebenso ist geplant, durch Rollenspiele Verhaltensänderungen zum Beispiel beim Energiesparen zu erarbeiten. Das Dorf lässt viele Möglichkeiten zu und regt zum Mitdenken und Mitmachen an", ist Zahn überzeugt.

Effekte erkennen


Stadtwerkegeschäftsführer Dr. Stephan Prechtl freute sich über diese sinnvolle Kooperation eines regionalen Versorgers mit dem Bund Naturschutz. Gerade in der Darstellung gewisser Effekte nach entsprechenden Umstellungen liege der große Vorteil des Energiespardorf-Modelles. In Zusammenarbeit mit der Ostbayerischen Technischen Hochschule regte er für die Zukunft die Ergänzung mit einem Wärme-Modell an.

Verhalten ändern


Lobende Worte kamen von Oberbürgermeister Michael Cerny, Schulamtsdirektor Heinrich Koch und stellvertretendem Landrat Franz Birkl. Sie alle sahen den Vorteil des Modells, mit dem zur Einsparung von Energie und Verhaltensänderung aufgerufen werde. Auch die Steuerungen dienten der nachhaltigen Bildung und Erziehung. Energie-Experte Sebastian Schärl rief abschließend zu einer Klima-Allianz zwischen den Kommunen auf. (Zum Thema)

Drei FragenAZ: Herr Zahn, wie ist es um die Energiewende bestellt?

Peter Zahn: In Bayern ist die Energiewende zum Stillstand gekommen. Der Stromverbrauch steigt um eine Terawattstunde im Jahr, beim Verkehr gibt es kein Umdenken und es werden immer mehr elektrische Geräte angeschafft. Die 10H-Regelung stoppte praktisch die Windkraft, und die geringere Vergütung für PV-Strom wirkt auch nicht positiv.

Was soll das Energiespardorf denn prinzipiell auslösen?

Zahn: Wünschenswert wäre eine Verhaltensänderung hin zum Energiesparen. Aber auch die Notwendigkeit eines abgestimmten Handelns sollte haften bleiben.

Wie ist die Energiewende noch zu schaffen?

Zahn: Verbrauch reduzieren, Energie effizienter nutzen und dezentral für Erneuerbare Energien sorgen. (oy)

Amberg. (prk) 95 Jahre wird nicht jeder. Das ist ein Grund zum Feiern. Margit Takacs stieß an ihrem Ehrentag mit zahlreichen Gästen darauf an. "Viel hab' ich schon erlebt, viel Gutes und auch Schlechtes", blickte die Jubilarin auf ein aufregendes Leben zurück. 1961 kam sie nach Amberg und blieb. Als gelernte Krankenschwester wurde sie von einem Arzt wegen ihrer guten praktischen Fähigkeiten ans Marienkrankenhaus vermittelt, wo sie 50 Jahre tätig war.

"Das waren noch ganz andere Zeiten damals. Da ging meine Schwester schon mal Freitagfrüh zur Nachtschicht und Montagabend kam sie erst wieder heim", erzählte ihr Bruder Otto Hellwig den Gratulanten von der Personalverwaltung des Klinikums, Maria Meyer und Reinhard Birner. Bei ihrer Arbeit war ihr sprachliches Talent eine große Hilfe. In der einstigen Tschechoslowakei geboren und mit einem Ungarn verheiratet, spricht die 95-Jährige fließend Ungarisch, Slowakisch und Deutsch. Das bewies sie prompt am Geburtstagstisch und sagte Pfarrer Maciej Kolanowski von der polnischen katholischen Mission alte Gedichte auf Slowakisch auf.

Echte Geschwisterliebe


Ihr 22 Jahre jüngerer Bruder ist Takacs' größte Stütze. Er macht den Haushalt, kocht, versorgt die drei Hunde und regt seine Schwester ständig zu geistiger und körperlicher Aktivität an: "Ich binde sie schon noch in die Hausarbeiten mit ein." Außerdem fährt er sie jede Woche zu ihrer Frisörin Christl Flierl: "Es ist einfach toll, wie fit Margit noch ist und wie gut man sich mit ihr unterhalten kann. Fast jedes Mal macht sie Kreuzworträtsel bei mir im Salon. Und wehe, es ist schon halb ausgefüllt, das mag sie gar nicht."

Der größte Wunsch


"Mein größter Wunsch ist es, noch einmal in Ungarn meine Enkel und Urenkel zu besuchen", aber so fit sei sie dann doch nicht mehr, bedauerte die 95-Jährige. Federballspielen und Balletttanzen könne sie leider auch nicht mehr. Auf die Frage nach ihrem Geheimnis für ein langes Leben sagte sie ironisch: "Die Arbeit mit den Röntgenstrahlen, Isotopen und in der Nuklearmedizin." Bei der Verabschiedung vereinbarte sie mit allen Gästen, dass sie sich in fünf Jahren wiedersehen wollen, um gemeinsam ihren 100. Geburtstag zu feiern.
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