Markus Söder in der Redaktion der Amberger Zeitung
Einkaufen mit Bahnanschluss

Finanz- und Heimatminister Markus Söder. Bild: Hartl
Politik
Amberg in der Oberpfalz
14.07.2016
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Bei kühlem Juli-Wetter freute sich Markus Söder am Donnerstag auf einen warmen (Sommer-)Empfang bei der Amberger CSU. Zuvor schaute der Minister noch in der AZ-Redaktion vorbei. Und sagte ihr in einer Stunde seine Meinung.

Dabei ging es nicht nur um die große Politik, sondern auch um lokale Themen. Zum Beispiel den Bahnhof. Wobei Söder gleich vorausschickte, dass er als bayerischer Minister dafür ja nicht zuständig sei.

Behalten müsse man diesen nicht barrierefreien und Aufzug-losen Bahnhof sicherlich nicht. Es wäre eine "gute Idee, da einen Schritt nach vorne zu machen". Stichworte: größer, schöner, attraktiver, mit einer gewissen Aufenthaltsqualität. Ins gemeinsame Boot passen würden in diesem Fall ein privater Investor, die Stadt Amberg und die Bahn. Söder: "Das ist in anderen Fällen, wie zum Beispiel beim Aschaffenburger Hauptbahnhof, sehr erfolgreich gelaufen. Durch diesen gemeinsamen Ansatz könnte man aus dem Bahnhof mehr machen als nur eine Standard-Lösung." Der Minister räumte ein, dass es nicht leicht sei, einen Investor an Land zu ziehen.

So ein neuer Bahnhof, sagte Söder, würde natürlich "gut zur Hochschulentwicklung in der Region passen". Was sich der CSU-Politiker vorstellen könnte: eine Art Einkaufszentrum mit Bahnanschluss.

Elektrifizierung am Mittwoch ein Thema


(ben) Jahrzehnte hing die Elektrifizierung der Bahnverbindung von Nürnberg über Amberg, Schwandorf und Furth im Wald weiter nach Prag am Prellbock auf dem Abstellgleis. Ab Mittwoch, 20. Juli, aber soll der Zug langsam anrollen. Zumindest setzt Bayerns Finanz- und Heimatminister Markus Söder darauf: "Diese Strecke genießt laut Bundesverkehrsministerium Top-Priorität", versicherte er am Donnerstag beim AZ-Redaktionsgespräch. Am Mittwoch soll sie mit dieser Einstufung in den neuen Bundesverkehrswegeplan aufgenommen werden.

Die Staatsregierung stehe voll hinter diesem Vorhaben - wohl wissend, dass es sich um keine EU-Trasse handle und mit Fördermitteln aus Brüssel nicht zu rechnen sei. Dann müsse Deutschland eben für die Kosten aufkommen. Ähnlich, wie dies auf tschechischer Seite durch die Regierung des Nachbarlandes bereits geschehen sei. Söder beklagte in diesem Zusammenhang die "blamable Struktur" hierzulande. Während die Verkehrswege in der Nord-Süd-Richtung passabel seien, "sind die Ost-West-Achsen sehr ausbaufähig". Was die Strukturpolitik anlange, habe die Staatsregierung den ostbayerischen Raum zum Schwerpunkt erklärt.


NachgefragtLeopoldkaserne: Ideen gesucht

(upl) Bei seinem Besuch in der Redaktion äußerte sich Finanzminister Markus Söder auch zur Zukunft der bald leerstehenden Leopoldkaserne, hielt aber ausdrücklich fest: "Die Kaserne steht nicht im Eigentum des Freistaats, sondern des Bundes." Es sei im Allgemeinen sehr schwierig, für solch große Liegenschaften eine optimale Nutzung zu finden. Söder betonte, dass für Konzepte zur Nachfolgenutzung der Bundeswehr-Kaserne in erster Linie der Bund zuständig sei. Der Minister nahm jedoch auch die Politiker aus der Region in die Pflicht. "Generell aber gilt: Sehr gute Ideen finden in der Regel einen Weg zum Geld."

Bei der Leopoldkaserne handelt es sich um einen Jugendstil-Komplex, der in den Jahren 1913/1914 erbaut wurde. Mehr als 100 Jahre lang waren dort Soldaten untergebracht. Bei der Bundeswehrreform 2011 war beschlossen worden, die Kaserne bis zum dritten Quartal 2017 aufzulösen. Ursprünglich hatte es geheißen, der Stab der Panzerbrigade 12 solle bereits 2015 nach Cham umziehen. Derzeit geht die Bundeswehr aber von einer Verlegung im Jahr 2019 aus.
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