MdB Martin Burkert zu Besuch
Empfehlung lautet: Abrissbirne

Ein schmuckloser Neubau entstand an der Stelle. Jetzt diskutieren Politiker und Vertreter der Deutschen Bahn erneut einen Abbruch, um den Bahnhof zu einem barrierefreien Dreh- und Angelpunkt zu gestalten. Bild: wsb
Politik
Amberg in der Oberpfalz
07.05.2016
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Die niemals endende Geschichte schreit förmlich nach einem Happy End: MdB Martin Burkert (SPD) führt zwar nicht Regie, hat aber konkrete Ideen für einen Abschluss des Themas barrierefreier Bahnhof: Weg damit und alles neu. "Hier in Amberg sollte es schon die große Lösung sein", empfiehlt der Chef des Verkehrsausschusses im Bundestag.

Die SPD hat am Freitagmittag zum Ortstermin geladen, inmitten des Trubels vor dem Bahnhofsgebäude und mit Blick auf das frequentierte Fußgängerzonen-Entree. Amberg präsentiert sich dem Berliner Abgeordneten, der auf Einladung seines Weidener Parteigenossen Uli Grötsch "den Tag in der Oberpfalz" verbringt, von seiner Schokoladenseite. Trotzdem runzeln die SPD-Vertreter samt MdB Burkert die Stirn. Der Betonklotz bereitet seit Jahrzehnten Probleme. "Es ist ein Trauerspiel", sagt Fraktionsvorsitzende Birgit Fruth. Natürlich verweist Burkert auf das Sonderprogramm, das bis 2018 den Ausbau von barrierefreien Bahnhöfen mit bis zu 1000 Ein- und Ausstiegen täglich fördert. Mit 2400 liegt Amberg deutlich über dieser Grenze.

Ab 2019 werde es ein Programm geben, das Bahnhöfe in der Größe von Amberg im Fokus habe, beruhigt Burkert. Bis dahin allerdings, empfiehlt er der SPD-Fraktion, "das gesamte Konzept" erarbeitet zu haben. Dazu gehören die Erreichbarkeit des Bahnhofs auch von der anderen Seite, Anbindungen vom Klinikum über das neue Parkhaus bis zur Altstadt, Aufweitung des Tunnels und natürlich ein neues barrierefreies Bahnhofsgebäude. So stellt sich Burkert "die ganz große Lösung vor". Die Bahn wäre seiner Meinung nach offen dafür. Den Knackpunkt nennt der Vorsitzende der SPD-Landesgruppe selbst: "Ohne Investor wird es nicht gehen." Allerdings sei er sich sicher, dass dieses Bekenntnis zum Standort Türen öffnen werde.

Eduard Rast, Vorsitzender von 60plus, hofft, dass die Städte Weiden und Amberg in Bezug auf die potenzielle Förderung ab 2019 nicht konkurrieren. "Nein", antwortet Grötsch, "wir spielen Regionen nicht aus. Beide Bahnhöfe sollen barrierefrei werden."
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