OB Michael Cerny erinnert zum Volkstrauertag daran, dass Kriege nicht der Vergangenheit angehören
Die Bilder des Schreckens immer im Kopf

Gedenkminute vor dem Kriegerdenkmal mit OB Michael Cerny und dem Standortältesten der Bundeswehr, Oberst Maximilian Lindner (von rechts). Bild: gf
Politik
Amberg in der Oberpfalz
13.11.2016
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Unzählige junge Menschen konnten sich ihre Lebensträume nicht erfüllen, weil sie in sinnlosen Kriegen ihr Leben verloren. An sie erinnerte bei der Gedenkstunde zum Volkstrauertag Oberbürgermeister Michael Cerny. Eine Ehrenformation der Panzerbrigade 12 hatte am Samstagabend vor dem Kriegerdenkmal am Rathaus Aufstellung genommen, als Cerny und der Standortälteste, Oberst Maximilian Lindner, zur Gedenkfeier eintrafen.

Die Schlacht von Verdun vor 100 Jahren stehe symbolhaft für die Sinnlosigkeit eines Krieges, betonte der OB. Damals seien mehr als 300 000 Deutsche und Franzosen im Artilleriefeuer, durch Gasangriffe oder im erbitterten Nahkampf gefallen, weitaus mehr Soldaten seien schwer verwundet worden. Veteranen, die den Ersten Weltkrieg überlebt hätten, seien nicht mehr am Leben. Auch diejenigen, die von den Schrecken des Zweiten Weltkriegs berichten könnten, würden immer weniger.

Der Volkstrauertag fordere uns auf, niemals zu verstummen, sondern immer wieder das Leid der Betroffenen in Erinnerung zu bringen. Cerny meinte damit die Soldaten, die in sinnlose Kriege geschickt wurden. Er meinte auch die Angehörigen, die zu Hause vergeblich auf die Rückkehr des Sohnes oder Mannes warteten und vielfach nach schmerzlichem Verlust ihr Leben neu ausrichten mussten. Er meine aber auch jene, die in ihrem Heimatland Opfer von Bombenangriffen wurden oder in großen Flüchtlingstrecks einer besseren Zukunft entgegenzogen und den Wunsch nach Frieden und Freiheit mit dem Tod bezahlten.

Cerny unterstrich, "dass wir auch an die Soldaten der Bundeswehr denken müssen, die aktuell im Einsatz ihr Leben riskieren". Ein besonderes Gedenken gebühre denen, die dabei ums Leben kamen. "Wir sollten uns auch im Klaren darüber sein, dass diese Soldaten Familien zurückgelassen haben, die nun um ihre gefallenen Angehörigen trauern."

Über die Medien erlebten wir hautnah mit, wie die syrische Stadt Aleppo zur Ruine und zum Massengrab zerbombt werde, so Cerny. Das solle uns vor Augen führen, dass Kriege nicht der Vergangenheit angehören, sondern eine Geißel menschlichen Zusammenlebens seien. Unter uns lebten Menschen, "die Opfer von Krieg und Gewalt geworden sind und die vor diesen Kriegen auf der Flucht sind". Traumatisierte Kinder bekämen die Bilder dieses Schreckens nie mehr aus ihrem Kopf. Der Volkstrauertag erinnere nicht nur an das Leid der Gefallenen und an die Opfer von Krieg und Terror, dieser Tag sei gleichzeitig auch eine Verpflichtung, für Frieden einzutreten, damit sich das unendliche Leid und die grenzenlose Trauer nicht wiederholen.

Neben der Bundeswehr legten die Stadt Amberg, Reservisten- sowie Traditionsverbände, begleitet vom Trommelwirbel der Knappschaftskapelle, am Kriegerdenkmal Kränze nieder. Die Knappschaftskapelle spielte zum Abschluss Bayernhymne und Nationalhymne.

Niemand darf für sich in Anspruch nehmen, christliche Werte zu verteidigen, wenn er gleichzeitig Kriegsflüchtlingen humanitäre Hilfe verweigert.OB Michael Cerny
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