OB Michael Cerny und Landrat Richard Reisinger sehen vordringlichen Bedarf
Metropolenbahn auf dem Wunschzettel

Symbolbild: Hartl
Politik
Amberg in der Oberpfalz
19.04.2016
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Viele Politiker und Bürger in der Region hätten sie gerne. Doch die Metropolenbahn hat es nicht in den Entwurf zum Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2030 geschafft, sie fehlt in der Projektliste des vordringlichen Bedarfs. Deshalb unternehmen Oberbürgermeister Michael Cerny und Landrat Richard Reisinger nun einen weiteren Vorstoß und wenden sich an das Bundesverkehrsministerium.

In einem gemeinsamen Schreiben weisen sie für den Zweckverband Nahverkehr Amberg-Sulzbach (ZNAS) nochmals darauf hin, wie wichtig eine Modernisierung und der Ausbau der Schienenstrecken in Nordostbayern wären. "Diese sind in weiten Bereichen noch eingleisig, und keine Strecke ist elektrifiziert - also weitgehend ein Ausbaustandard des frühen 20. Jahrhunderts", heißt es laut einer Pressemitteilung in dem Brief. Schlecht für die wirtschaftliche Entwicklung der exportorientierten Region, sagen OB und Landrat.

Grundsätzlich begrüßen sie die Aufnahme der Metropolenbahn in den BVWP, üben aber auch Kritik. Denn während diese Bahn bis zur finalen Projektdefinition im potenziellen Bedarf zu finden ist, habe man die konkurrierende Schienenstrecke Hof-Marktredwitz-Regensburg im vordringlichen Bedarf positioniert. Mit der Metropolenbahn hingegen stünde eine Alternative zur Verfügung, die einen besseren Kosten-Nutzen-Faktor besitze und insgesamt deutlich geringere Baukosten haben würde. Einen nicht zu unterschätzenden Mehrwert bringe bei dieser Strecke zudem die gleichzeitige Anbindung von München und Nürnberg an Mittel- und Osteuropa.

Ebenso würden bei diesem Vorhaben, das auch Tschechien favorisiere, keine Eingriffe in Natur und Landschaft erforderlich und die stark beanspruchte Route Nürnberg-Regensburg entlastet. Daher, meinen Cerny und Reisinger, sollte für die Metropolenbahn in Zusammenarbeit mit der DB Netz schnellstmöglich eine abschließende Projektbeschreibung erstellt werden, die dann "einer nochmaligen standardisierten Bewertung nach den Kriterien des BVWP 2030 zu unterwerfen" sei.

Ausgehend von der zu erwartenden enormen Kosteneinsparung sollte dieses Vorgehen in der finalen BVWP-Version fixiert werden. Außerdem regten OB und Landrat an, die tschechischen Planungen einfließen zu lassen. Zudem solle mit berücksichtigt werden, dass bisher keine schnelle und leistungsfähige Verbindung von München oder Südbayern nach Pilsen und Prag im vordringlichen Bedarf enthalten sei.
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