Panzerbrigade 12 "Oberpfalz" sendet Soldaten an den Hindukusch
Erneut nach Afghanistan

Oberst André Bodemann, Kommandeur der Panzerbrigade 12 "Oberpfalz" in Amberg. Bild: paa
Politik
Amberg in der Oberpfalz
22.11.2014
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Von Alexander Pausch

Erst im Frühjahr sind die letzten Oberpfälzer Soldaten vom Hindukusch zurückgekehrt. Mitte nächsten Jahres geht es für Teile der Panzerbrigade 12 wieder dorthin. Doch vorher hat der Verband einiges vor.

Bis Oberst André Bodemann das Kommando bei der Panzerbrigade 12 "Oberpfalz" in Amberg übernahm, sandte die Bundeswehr den 49-Jährigen nur zu Lehrgängen nach Bayern. Die "Zwölfer" kennt der Offizier dennoch seit langer Zeit - vom US-Truppenübungsplatz Hohenfels. Dort begegnete ihm als Soldat der Panzerbrigade 21 aus Ostwestfalen der Oberpfälzer Verband, den er seit Juli führt. "Die ,Zwölfer' waren eine Brigade, die man schon damals auf dem Zettel haben musste. Wir wussten, die sind gut", antwortet Oberst Bodemann auf die Frage, wer während der Übungen im ,Kalten Krieg' die Nase vorne hatte.

Das, was die Panzerbrigade 12 schon damals in Hohenfels übte, steht auch in den nächsten Monaten auf dem Programm: die Operation der verbundenen Kräfte, wie der gemeinsame Einsatz von allen Truppenteilen in einem Gefecht bei der Bundeswehr heißt. Letztlich geht es dabei um die Landesverteidigung.

"Grantiger Löwe"

Allerdings üben die "Zwölfer" nicht in Hohenfels, sondern zunächst im Gefechtsübungszentrum des Heeres nördlich von Magdeburg. Dort zieht das Panzerbataillon 104 aus Pfreimd (Kreis Schwandorf) ins Manöver "Grantiger Löwe". Anschließend geht es auf den Truppenübungsplatz Bergen. Dort stößt eine Kompanie des 2. US-Kavallerieregiments, dem Partnerverband aus Vilseck (Kreis Amberg-Sulzbach), zur Brigade. Beim Gefechtsschießen üben deutsche Leopard-Kampfpanzer und amerikanische Stryker-Panzer gemeinsam. Mit dabei sind auch Teile des Artilleriebataillons 131 aus Weiden.

"Mein Ziel ist es, den Kernauftrag der Brigade zu üben", sagt Oberst Bodemann beim Gespräch in seinem Büro in der Leopoldkaserne in Amberg. Dabei denkt er auch an die rund 70 Prozent der Soldaten, die nächstes Jahr voraussichtlich nicht in den Einsatz gehen werden. Das Wichtigste ist jedoch die Einsatzvorbereitung für die rund 1000 bis 1200 Männer und Frauen, die die "Zwölfer" nächstes Jahr in Einsätze entsenden werden.

Der Großteil wird für die vom Bundeskabinett beschlossenen Beteiligung an der neuen Nato-Mission "Resolute Support" in Afghanistan abgestellt werden. Rund 450 bis 500 Soldaten werden für den Einsatz ab der zweiten Hälfte des Jahres 2015 am Hindukusch ausgebildet. Sie sollen unter anderen Teile des Stabes stellen, die afghanische Armee ausbilden und beraten sowie den Rückbau des Feldlagers in Masar-i-Scharif fortsetzen. Oberst Bodemann selbst muss wohl zu Hause bleiben, obwohl er lieber mit der Brigade mitginge. Für den Posten des Kommandeurs in Masar-i-Scharif sei derzeit ein anderer Offizier vorgesehen.

Zudem bildet die Brigade zwei Kompanien des Panzergrenadierbataillons 122 Oberviechtach (Kreis Schwandorf) als schnelle Reaktionskräfte (QRF) und als Schutzkompanie aus. Ob die Soldaten tatsächlich an den Hindukusch müssen, bleibt offen. Sie sollen binnen 96 Stunden einspringen können, falls die Georgier, die die erste Aufgabe übernehmen, und die Mongolen, die die zweite Aufgabe übernehmen, abziehen sollten. Deutschland muss als Führungsnation im Norden dann die Lücken in Masar-i-Scharif füllen.

Soldaten auch nach Mali

Für den Nato-Einsatz im Kosovo stellt die Brigade die Operational Reserve Force (ORF), die Reservekräfte. Die gut 450 Soldaten kommen vom Panzergrenadierbataillon 112 in Regen und vom Panzerbataillon 104 in Pfreimd (Kreis Schwandorf). Rund 30 Soldaten gehen nach Afrika, zur EU-Ausbildungsmission in Mali. Ein Dutzend Soldaten vom Logistikbataillon unterstützt den deutschen Luftabwehrverband in der Türkei.
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