Parken und Jahnstraße die Dauerbrenner
Über 200 Gäste bei der Bürgerversammlung

Über 200 Besucher kamen am Mittwochabend zur Bürgerversammlung in die Aula der Dreifaltigkeitsschule. Bilder: Huber (5)
 
Aus Sicht der Verwaltung gibt ein Tempo 30 der Rechtsrahmen nicht her.

Über 200 Gäste, drei Stadtoberhäupter und fast alle Referenten diskutierten bei der Bürgerversammlung in der Dreifaltigkeitsschule über das Lieblingsthema des Ambergers im Allgemeinen: den Verkehr. Im Besonderen: Marien- und Jahnstraße. Und im Detail: Parkplätze und Tempo 30.

Egal, ob Klinikums-Mitarbeiter, Kunden, Pendler, Patienten oder Angehörige: Wer in dieser florierenden Ecke Ambergs einen Parkplatz sucht, fährt oft vergeblich seine Runden. Oberbürgermeister Michael Cerny stellte deshalb die Notwendigkeit für den Bau eines neuen Parkhauses heraus - und keiner widersprach.

Mit Interesse hörten die zahlreichen Gäste, dass ein neues Deck 600 zusätzliche Parkplätze bringen wird, damit werden rund 1630 öffentliche Stellplätze verfügbar sein. Der Großteil des Verkehrs soll über die Regensburger Straße abgewickelt werden, wenn 2016 der Bau startet. Als zweite Option sei sogar ein weiteres Parkdeck mit 400 Plätzen geplant. Der Neubau eines Büro- und Geschäftshauses an der Emailfabrikstraße beginnt im März und hat bereits 75 überirdische Stellplätze sowie 125 Tiefgaragenplätze vorgesehen. "Das ist also weder eine Ent- noch eine Belastung", so Cerny. Auch der Parkdruck am Beruflichen Schulzentrum (2200 Schüler besuchen die Einrichtungen) soll mit dem Erwerb des Café-Parapluie-Areals gelindert werden: 2016 steht der Gebäudeabbruch bevor, etwa 100 provisorische Stellplätze auf Schotter-Boden sind an dieser Stelle vorgesehen.

Matthias Schertl, Anwohner des Terrassenwegs, verfolgte aufmerksam die Präsentation zur Entwicklung dieses Areals. Sein Antrag drehte sich um eine Straße in direkter Nachbarschaft zum Dienstleistungszentrum: die Jahnstraße. "Der Stadtrat möge beschließen, ein Tempo 30 in der Jahnstraße zuzulassen", lautete seine Bitte an die Versammelten, den Antrag durch Abstimmung in den Stadtrat zu bringen. Die Gründe, die er nannte, wurden schon oft hinlänglich beschrieben: Lärmreduzierung, mehr Sicherheit, beruhigte Verkehrsführung und Verbesserung der Wohnqualität im Viertel. Viele Bürger spendeten Applaus. "Wir sind in einem Gerüst aus Zahlen und Vorschriften", kommentierte OB Cerny, aber er versprach: "Wir nehmen den Antrag in den Verkehrsausschuss." Und: "Ich beneide den Stadtrat schon heute nicht." (Angemerkt)

Zitate"Die Stadträte, die 1990 den Wunsch geäußert haben, dass dort ein lebendiges Dienstleistungszentrum entstehen soll, müssen sagen: Jawoll. Wir haben das Ziel erreicht."

"Was mit der Über-Erfüllung des Ziels einhergeht: Alle suchen Parkplätze."

OB Michael Cerny zur Marienstraße

"Vieles, was Sie vorgetragen haben, ist ein generelles Problem."

OB Michael Cerny zu Matthias Schertls Antrag "Tempo 30 in der Jahnstraße".

"Ich komme aus Weiden und bin verliebt in die Stadt Amberg. Aber enttäuscht von der Situation in der Jahnstraße."

Südhang-Anwohner Alfons Gold

"An der Engstelle in der Jahnstraße standen anfangs acht Steine. Heute ist es einer."

Siegfried Balzer, Anwohner der Hans-Sachs-Straße
Aus Sicht der Verwaltung gibt ein Tempo 30 der Rechtsrahmen nicht her.OB Michael Cerny
Die Polizei sagt hier klipp und klar: Sie sieht keine Gefährdung.Rechtsreferent Dr. Bernhard Mitko
Seit 40 Jahren wird in der Jahnstraße Tempo 30 gefordert.Antragssteller Matthias Schertl
Wenn das keine Gefährdung ist, was ist es denn dann?Anwohner Siegfried Balzer
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.