Parteien zu den Ten-Brinke_Plänen
Ein bisschen Überschwang

"Es (...) ist gelungen, einen der ganz großen Projektentwickler (...) für die Attraktivitätssteigerung der (...) Innenstadt zu gewinnen." Zitat: Dieter Mußemann, Vorsitzender der CSU-Stadtratsfraktion
Politik
Amberg in der Oberpfalz
28.07.2016
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"Wir sehen es als absolut positiv an, dass sich jetzt was bewegt und etwas nach vorne gebracht wird." Zitat: Brigitte Fruth, Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion

Sie klopfen sich selbst und gegenseitig auf die Schulter, sprechen von einer gelungenen Gemeinschaftsleistung des Stadtrates. CSU, SPD und FDP beanspruchen aber zugleich ihren eigenen maßgeblichen Anteil an der Projektvergabe für das Bürgerspital-Areal.

Das erleichterte politische Aufatmen ist förmlich hörbar. "Es ist geschafft", schreibt FDP-Stadträtin Emilie Leithäuser offen in ihrer Stellungnahme zu den am Dienstag von Oberbürgermeister Michael Cerny (CSU) vorgestellten Plänen (wir berichteten). Erwartungsgemäß spart der christsoziale Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Dieter Mußemann, nicht mit Lob.

Stolz klingt sogar durch, wenn er betont, in der "Rekordzeit von exakt einem Jahr" aus einem europaweit ausgeschriebenen Wettbewerb einen Projektträger herausdestilliert zu haben, "der bereit ist, in der Amberger Innenstadt 25 Millionen Euro zu investieren". Mußemann beansprucht diesen Erfolg nicht ausschließlich für seine Partei, sondern spricht von einer "herausragenden Gemeinschaftsleistung des Stadtrates".

Nicht isoliert betrachten


Für die CSU reklamiert er hingegen die Zusage von Ten Brinke, dem Wunsch vieler Amberger gemäß, "einen hochwertigen Lebensmittelmarkt in der Innenstadt zu etablieren". So werde dem christsozialen Anliegen Rechnung getragen, "dass wir die Städteplanung an die Bedürfnisse der Menschen anpassen". Unter diesem Aspekt müsse auch die nun aufeinander abgestimmte Neugestaltung des ehemaligen Bürgerspital-Areals und des gegenüberliegenden früheren Forum-Komplexes gesehen werden. Das werde "zusätzliche Belebung und Frequenz" in die Altstadt bringen. Mußemann resümiert: "Mit dem Investor Ten Brinke ist es gelungen, einen der ganz großen Projektentwickler, der deutschland- und europaweit tätig ist, für die Attraktivitätssteigerung der Amberger Innenstadt zu gewinnen."

In diese Richtung tendiert auch die SPD, teilt deren Fraktionvorsitzende Birgit Fruth in ihrer Stellungnahme mit. Es klingt aber zugleich Skepsis durch. Das mag darauf beruhen, dass bei den Sozialdemokraten das Votum für Ten Brinke "mehrheitlich" ausfiel. "Politische Entscheidungen, zumal so wichtige und weitreichende, leben von Kompromissen", hält Fruth nicht hinter dem Berg, betont aber zugleich: "Wir sehen es als absolut positiv an, dass sich jetzt was bewegt und etwas nach vorne gebracht wird."

Leises Zähneknirschen


Nicht leicht fällt der SPD offenbar, die Tiefgarageneinfahrt in der Bahnhofstraße zu akzeptieren. Diesen "Kompromiss" gehe die Fraktion nur "mangels anderer Alternativen" ein. Nicht einig sind sich offenbar CSU und Sozialdemokraten, wie sie die zugesagte Tiefgarage auf dem früheren Bürgerspital-Areal einzuordnen haben. Die Christsozialen freuen sich darüber, dass die Stellplätze "teilweise öffentlich zugänglich sein sollen", die SPD begrüßt eine "nicht-öffentliche Quartiersgarage" als "völlig ausreichend". Dennoch überwiegt auch bei den Sozialdemokraten mit der jetzigen Entscheidung das Aufatmen: "Nach jahrelangem Stillstand in der Dandorfer-Ära kommt jetzt endlich Bewegung in die Belebung der Amberger Innenstadt", stichelt Fruth in Richtung CSU.

Ten-Brinkes Pläne sehen die viergeschossige Überbauung von rund 2000 Quadratmetern samt einer Tiefgarage mit zwei Ebenen vor. Konzipiert ist der Bau für Gastronomie, Einzelhandel (Drogeriemarkt, Lebensmittel), Dienstleister und Appartements. (Angemerkt)

Es (...) ist gelungen, einen der ganz großen Projektentwickler (...) für die Attraktivitätssteigerung der (...) Innenstadt zu gewinnen.Dieter Mußemann, Vorsitzender der CSU-Stadtratsfraktion


Wir sehen es als absolut positiv an, dass sich jetzt was bewegt und etwas nach vorne gebracht wird.Brigitte Fruth, Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion
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