Pläne für Bürgerspital-Areal werden konkreter
Nur noch zwei im Rennen

Das Bürgerspitalgelände im Osten der Altstadt. In die beiden weißen Gebäude am oberen Rand zieht die Neue Münze ein. Bild: Georgi
Politik
Amberg in der Oberpfalz
30.03.2016
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Es ist nur scheinbar ruhig geworden um das Projekt Bürgerspital. Im öffentlichen Teil der Stadtratssitzungen taucht das Thema nicht auf. Doch hinter den Kulissen glühen die Drähte. Von vier Investoren, die Interesse angemeldet hatten, sind noch zwei im Boot. Mit unterschiedlichen Vorstellungen.

Es ist ein Mammut-Projekt, das die östliche Altstadt umkrempeln wird: Bis 2020 soll das brachliegende Bürgerspital-Areal bebaut und die gegenüberliegende Einkaufs- und Gastronomiemeile Neue Münze eröffnet sein. Mittlerweile liegen nicht nur für das ehemalige Kaufhaus Storg konkrete Planungen vor, sondern auch für das rund 5000 Quadratmeter große Bürgerspital-Gelände auf der anderen Seite der Bahnhofstraße.

Mehr oder weniger Läden?


Über die Details beraten die Stadträte seit Oktober vergangenen Jahres hinter verschlossenen Türen. Sie hatten sich in dem Verfahren, das sich "wettbewerblicher Dialog" nennt, fraktionsübergreifend Schweigsamkeit auferlegt, um das Projekt nicht zu zerreden, bevor die Eckpunkte festgezurrt sind. Nun aber ist zumindest durchgesickert, dass sich die Stadt von zwei der vier Investoren, die Interesse angemeldet hatten, verabschiedet hat.

Jetzt geht es darum, welches der beiden verbliebenen Konzepte das Rennen macht. Die Zeit drängt, denn bereits im Juni oder spätestens im Juli will die Stadt die Verträge unterzeichnen. Laut gut unterrichteter Kreise unterscheiden sich die Pläne der beiden Investoren vor allem beim Punkt Handel und Dienstleistung. Der eine sieht ein deutlich breiteres Angebot an Geschäften und Büros vor. Der andere setzt mehr auf das Wohnen. Welches Konzept verträgt sich besser mit der angestrebten Nutzung der "Neuen Münze"? Und was trägt generell mehr zur "Steigerung der Attraktivität der Innenstadt" bei? Dieser - unterschiedlich interpretierbare - Punkt ist laut Ausschreibungsunterlagen das zentrale Zuschlagskriterium. Offenbar geht die Diskussion darüber gerade quer durch die Fraktionen.

Unumstritten ist offenbar die Tiefgaragen-Lösung. Demnach wird es wohl eine Einfahrt in der Bahnhofstraße geben, die sowohl das geplante Parkhaus unter der Neuen Münze, als auch jenes auf dem Bürgerspital-Gelände erschließt. Die entscheidende Phase hat nun begonnen: Die beiden Investoren haben nur noch ein paar Wochen Zeit, auf Basis der eingereichten und weiterentwickelten Konzepte verbindliche Angebote abzugeben, die dann vertragsreif sind.

Rohbau bis Anfang 2019


"Nach der Entscheidung des Stadtrates werden mit dem ausgewählten Investor die erforderlichen Verträge abgeschlossen", heißt es zum finalen Akt in den Ausschreibungsunterlagen. Der weitere Zeitplan sieht den Beginn der Abrissarbeiten am ehemaligen Kaufhaus Forum spätestens zu Beginn nächsten Jahres und die Eröffnung der Neuen Münze Ende 2018/Anfang 2019 vor. Erklärter Wille der Stadt ist es, dass zu diesem Zeitpunkt auf der anderen Seite der Straße dann bereits der Rohbau steht.
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