Politiker sind sich einig
Europa geht nur gemeinsam

Fast zu kunstvoll und zum Verzehr zu schade, die Europa-Torte, die von SPD-Kreisvorsitzendem Uwe Bergmann, Vorsitzender Karoline Hast-reiter und Oberbürgermeister Michael Cerny (von links) gemeinsam angeschnitten wurde. Bild: gf

Mit der Organisation des Europatages hatte sich Karoline Hastreiter, die Vorsitzende des Stadt- und Kreisverbandes Amberg Sulzbach der Europa-Union, viel Mühe gemacht. Die Zahl derer, die in den Gasthof Erras (Fichtenhof) gekommen waren, war aber überschaubar.

Fichtenhof. (gfr) In ihren Gedanken zu Europa meinte Hastreiter, dass sie sich das Ergebnis des Bundeskongresses der Europa-Union in Dresden voll zu eigen mache: Herausforderungen meistern, Errungenschaften bewahren, Grundwerte verteidigen. Im Hinblick auf die fremdenfeindlichen Pegida-Umtriebe habe der Tagungsort Dresden Symbolcharakter gehabt, denn damit wollte die Europa-Union ein Zeichen für Toleranz, europäische Werte und Frieden setzen. Beim Bundeskongress seien zudem die Reform der europäischen Flüchtlingspolitik und die Einführung eines einheitlichen Asylrechts gefordert worden. Hastreiter war der Ansicht, dass Länder zur Aufnahme von Flüchtlingen gezwungen werden müssten, wenn sie keine aufnehmen. Grundsätzlich brauche Europa offene Grenzen und Zuwanderung, aber nicht nur für Akademiker.

Im Europatag spiegle sich die europäische Idee wider, sagte OB Michael Cerny, "denn wir haben heute eine Vorsitzende aus Österreich, einen Sänger aus Tschechien und eine Pianistin aus England". Schön wäre, so Cerny, ein Europa ohne Grenzen, ein Europa des Friedens, der Völker und Regionen, ein Europa als Heimat.

Solidarität für Flüchtlinge sei Mangelware. Und vom gemeinsamen Auftreten gegen die IS-Terroristen sei Europa weit entfernt. Soweit er das überblicken könne, sei der Austritt Griechenlands aus der EU im nächsten Jahr bereits beschlossene Sache. Angela Merkels Idee zur Bewältigung der Flüchtlingskrise habe sich mehr oder weniger zerschlagen.

Für die SPD war Kreisvorsitzender Uwe Bergmann aus Schnaittenbach zur Europa-Union gekommen. Altbundeskanzler Helmut Schmidt habe die europäische Geschichte einst als schier endlose Folge von Kämpfen zwischen Peripherie und Zentrum oder umgekehrt bezeichnet. Er erinnerte an den Zweiten Weltkrieg. Die nachgeborene deutsche Generation habe diese historische Last nicht verursacht, müsse aber damit leben.

Bis Mitte des 21. Jahrhunderts werde weltweit mit neun Milliarden Menschen gerechnet, nur sieben Prozent davon werden Europäer sein, die 1950 noch ein Fünftel der Weltbevölkerung ausgemacht hätten. Wenn Europa noch eine Bedeutung haben wolle, gehe das nur gemeinsam, sagte Uwe Bergmann.

Ehrenurkunden für 25 Jahre Mitgliedschaft in der Europa-Union sollten an Franz Kustner und Brigitte Trummer überreicht werden, doch nur Oberbürgermeister Michael Cerny nahm die Ehrung für die Stadt Amberg, die seit 1. September 1991 Mitglied ist, persönlich entgegen.
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