Polizeigewerkschaft bleibt dabei
Streifenbeamte fehlen

Gemeinsam mit dem Bezirksvorsitzenden Gerhard Knorr zeichneten der GdP-Kreisvorsitzende Kurt Kopf (hinten, von rechts) und sein Stellvertreter Jürgen Wenzlik (Zweiter von links) für ihre Treue Werner Duschanek, Helmut Dlesk, Siegmund Hirschmann, Dagmar Exner, Wolfgang Graubmann, Barbara Fischer und Peter Berg (von links) aus. Bild: sön
Politik
Amberg in der Oberpfalz
23.02.2016
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Allen politischen Beteuerungen zum Trotz: Auch in Bayern gibt es zu wenige Polizisten auf der Straße. Da lässt sich die Gewerkschaft nicht beirren.

"Bayerns Innenminister Joachim Herrmann muss zur Kenntnis nehmen, dass die Zahl der Kollegen, die in Pension gehen, die Zahl der Einstellungen übertrifft." Da lässt sich der Bezirksvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Gerhard Knorr, nicht beirren und konterte bei der Hauptversammlung der Amberger Kreisgruppe Herrmanns Feststellung "wir hatten noch nie so viele Polizisten in Bayern": "Aber viele sind in Ausbildung oder Teilzeit."

Knorr ist sich deshalb sicher, dass nicht wenige dieser Posten lediglich auf dem Papier stünden und mithin auf der Straße fehlen würden. Für den Gewerkschafter gibt es aber auch angenehme Seiten im Umfeld des gemeinhin als schwierig geltenden Berufes, indem er den Bürger- und Polizeiball, der im November zum 25. Mal stattfand, als einen der Höhepunkte in Ambergs gesellschaftlichen Leben beschrieb.

Daneben berichtete Kopf von seiner Teilnahme an Sitzungen und Veranstaltungen des Landes- sowie Bezirksverbandes, sowie an Seminaren und Aktionen auf der Ebene des deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Die Kreisgruppe könne auf eine stabile Mitgliederentwicklung bauen, betonte deren Vorsitzender hervor und verwies nicht ohne Stolz auf eine "engagierte Seniorenbetreuung durch Richard Wirth". Dazu zählt Knorr den Stammtisch der Pensionisten.

Die Personalsituation der Schutzpolizei im gesamten Präsidium sei weiterhin als "sehr angespannt" zu bezeichnen, ließ sich der Gewerkschafter trotz gegenteiliger Behauptungen der Politik nicht beirren. Daran ändere auch nichts der Umstand, dass zum 1. März für heuer 27 Beamte und weitere 16 als mobile Reserve zugeteilt würden. Dem stünden immerhin bis Ende 2016 91 Ruhestandsversetzungen gegenüber.

Schwierig sehe es auch bei den dienstlichen Aufstiegsmöglichkeiten aus. "Denn befördert kann nur werden, wer im Beurteilungszeitraum von drei Jahren auch eine Top-Beurteilung vorweisen kann". Knorr ging daneben auch auf neue Arbeitszeit- und Schichtmodelle ein. Erstmals würden die Polizeibeamten gefragt, "wie sie arbeiten wollen". Die eindeutige Antwort der GdP: "Wir wollen die 35-Stunden-Woche für Schichtarbeiter."

Kurz streifte Knorr auch die langsam anlaufende Anschaffung der neuen Uniformen, die nicht zuletzt durch eine Postkartenaktion der Gewerkschaft angestoßen worden sei. Meldungen über ein sich häufendes Versagen von Dienstpistolen verwundern die GdP nicht: "Unsere jungen Kollegen werden mit Waffen ausgerüstet, die älter sind als sie selbst." Nicht zuletzt deshalb wolle die GdP bei anstehenden Personalratswahlen, "richtig was bewegen".

Geehrte GdP-MitgliederFür ihre 20-jährige Mitgliedschaft wurden mit Urkunde und der Ehrennadel in Bronze Werner Duschanek, Dagmar Exner, Wolfgang Graubmann, Siegmund Hirschmann und Werner Kübler ausgezeichnet. Für 40 Jahre gab es eine Urkunde und die Goldene Ehrennadel für Kurt Kopf und Peter Schmid. Eine Urkunde und die Goldene Ehrennadel auf Band für 50 Jahre der Mitgliedschaft erhielten Barbara Fischer und Helmut Dlesk. Auf 60 Jahre kommt Peter Berg, dafür er wurde besonders ausgezeichnet. (sön)
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